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Von Wohlfühlkino bis Drama: Diese Filme räumen ab

Große Gefühle, starke Kids, überraschende Sieger: Diese Filme räumen in München ab – und dann laufen sie im Kino.

04.07.2026, 18:01 Uhr

Filmfest München: Preise für Dramen, Sommerfilme und internationale Koproduktionen – Ehrenpreis für David Duchovny

Die diesjährigen Gewinner des Filmfests München spiegeln eine große inhaltliche Vielfalt wider – von leichten Sommergeschichten über publikumsnahe Komödien bis hin zu ernsten Familiendramen. Im internationalen Wettbewerb wurde das Drama „Von Scham und Geld“ mit dem CineMasters Award ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro verbunden. Regisseur Visar Morina erzählt darin von einer Familie im Kosovo, die aus finanzieller Not ihr Leben auf dem Land aufgeben und in die Stadt ziehen muss. Der Film startet am 24. September in den Kinos.

Höchstdotierter Preis für „Strange River“

Der finanziell bedeutendste Preis des Festivals, der CineCoPro Award, geht an das deutsche Koproduktionsteam von „Strange River“. Die Auszeichnung ist mit 100.000 Euro dotiert. Der Film des katalanischen Regisseurs Jaume Claret Muxart erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte entlang der Donau: Im Mittelpunkt steht Dídac, der mit seiner Familie per Fahrrad unterwegs ist und dabei einem Jungen begegnet, der ihn nachhaltig beeindruckt. Gedreht wurde unter anderem in Lauingen. Kinostart ist am 27. August.

Der Preis wird vom FilmFernsehFonds Bayern mit Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei vergeben und würdigt internationale Produktionen mit deutscher Beteiligung.

Als bester internationaler Debütfilm wurde das chinesische Familiendrama „A Girl Unknown“ von Jing Zou geehrt. Im Kinderfilm-Bereich setzte sich „Mein Sommer bei Nonna“ von Margherita Spampinato durch. Erzählt wird die Geschichte von Nico, der seine Ferien bei seiner Großtante auf Sizilien verbringen muss – ohne Internet und ohne seine Freunde.

Publikumspreise für Komödie und Familiendrama

Auch die Festivalbesucherinnen und -besucher vergaben Preise. Zum beliebtesten deutschen Film wurde „Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes & Amir“ von Helena Hufnagel gewählt. In dem Film lässt eine 101-jährige Frau einen jungen Geflüchteten bei sich wohnen. Aus der zunächst pragmatischen Zweckgemeinschaft entwickelt sich eine enge Beziehung. Der Kinostart ist für den 26. November geplant.

In der internationalen Kategorie des Audience Awards gewann „If Only the Year Had 364 Days“ von Almourad Aldeeb. Das Drama schildert die Rückkehr eines syrischen Geflüchteten in seine Heimat. Bei den Kinderfilmen entschied sich das Publikum für „Plitsch Platsch Forever“. Darin kämpfen Kinder darum, das Freibad ihres Ortes zu retten. Der Film startet bereits am Donnerstag in den Kinos.

Ehrenpreis für David Duchovny

Mit dem CineMerit Award ist inzwischen auch David Duchovny geehrt worden. Der Schauspieler, bekannt aus „Akte X“ als Fox Mulder, sprach bei der Verleihung darüber, warum er das Verlieren für wichtig hält. „Es sind der Schmerz und der Verlust, die uns vereinen – nicht Erfolg oder große Höhenflüge“, sagte der 65-Jährige. Solche Momente erlebe man vielleicht nur ein- oder zweimal im Leben, wenn man Glück habe.

Mit Blick auf das in den USA verbreitete Denken in Erfolgen und Siegen spielte Duchovny auch auf Donald Trumps Motto „win, win, win“ an. Amerika gelte als Gewinnernation, sagte er sinngemäß – doch vielleicht solle man auch einmal verlieren, einander umarmen und anerkennen, dass alle verletzlich seien.

Zuvor hatte Regisseur John Lee Hancock in seiner Laudatio Duchovnys vielseitige Karriere gewürdigt – als Schauspieler, Autor, Sänger, Songwriter, Drehbuchautor und Regisseur. Mit Humor ergänzte Hancock, am siebten Tag habe Duchovny dann geruht. Außerdem kündigte er an, ab Montag mit ihm einen Film in München drehen zu wollen.

Die Ehrung fand im Rahmen der Premiere der Tragikomödie „See You When I See You“ von Jay Duplass statt. Duchovny verkörpert darin einen Vater, der gemeinsam mit seiner Familie einen Weg finden muss, den Suizid seiner Tochter zu verarbeiten.

Preisträgerfilme am Sonntag im Kino

Mehrere ausgezeichnete Filme werden am Sonntag in unterschiedlichen Münchner Kinos noch einmal gezeigt. Seit dem 26. Juni präsentierte das Festival insgesamt rund 130 Filme aus 56 Ländern. Das Programm reichte von Komödien, Dramen und Liebesgeschichten bis zu Dokumentarfilmen und politischem Kino.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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