Sport

Pflichtsieg! Zverev steht im Wimbledon-Achtelfinale

Souverän, aber nicht fehlerfrei: Zverev marschiert ohne Satzverlust weiter – und stellt in Wimbledon seinen Bestwert ein.

04.07.2026, 18:51 Uhr

Zverev erreicht in Wimbledon erneut das Achtelfinale

Alexander Zverev hat beim Rasen-Klassiker in Wimbledon das Achtelfinale erreicht und damit zum 25. Mal in seiner Karriere die Runde der letzten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier geschafft. Der Mitfavorit setzte sich gegen den Amerikaner Marcos Giron mit 6:2, 7:6 (7:4), 6:4 durch und wahrt damit seine Chance auf den ersten Wimbledon-Titel.

Nach dem eher glanzlosen Erfolg zeigte sich der 29-jährige Hamburger dennoch bestens gelaunt. Auf die Frage, wie er seinen Job in der Drittrundenpartie erledigt habe, antwortete Zverev mit einem Grinsen, er habe den letzten Punkt gewonnen – das helfe immer. Dazu erklärte er scherzhaft, sein Humor sei manchmal etwas speziell.

Nach 2:34 Stunden schrie Zverev nach dem verwandelten Matchball seine Erleichterung heraus. Zwar glänzte der Weltranglisten-Dritte nicht durchgehend, erlaubte sich Phasen mit Nachlässigkeiten und schimpfte zwischenzeitlich auch in Richtung seiner Box. An seinem Weiterkommen ließ er aber keine Zweifel aufkommen und blieb erneut ohne Satzverlust.

Im Siegerinterview zeigte sich Zverev entsprechend selbstbewusst. Er fühle sich anders als im vergangenen Jahr und spiele die wichtigen Momente mit mehr Überzeugung, sagte der Deutsche. Es helfe zudem, mit einem Titel im Rücken nach Wimbledon gekommen zu sein. Er wolle hier noch viele große Matches bestreiten und genieße seine Zeit auf dem Platz. Anschließend erfüllte er noch entspannt Autogrammwünsche.

Auch Ex-Wimbledonsieger Michael Stich sah trotz des Sieges noch Luft nach oben. Solche Partien könnten einen stärken, weil man wisse, dass noch deutlich mehr möglich sei, sagte Stich als TV-Experte. Vor allem den Tiebreak im zweiten Satz habe Zverev sehr selbstbewusst gespielt.

Viertelfinal-Premiere in Reichweite

Für Zverev ist es bereits das vierte Achtelfinale im All England Club. Damit hat er sein bisher bestes Ergebnis bei dem Londoner Turnier erneut eingestellt. Im nächsten Spiel trifft er nun auf den Tschechen Jiri Lehecka, die Nummer 14 der Welt. Mit einem Sieg könnte Zverev erstmals ins Viertelfinale von Wimbledon einziehen.

Nach seinem Triumph in Paris zählt Zverev auch in London zum Kreis der Titelanwärter. Anders als bei den French Open sind mit Jannik Sinner und Novak Djokovic jedoch beide Topstars im Turnier noch dabei. Auf einen von beiden könnte Zverev erst in einem möglichen Finale treffen – bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Aufschlag als Trumpf, aber nicht alles lief rund

Im ersten Satz bestimmte Zverev das Geschehen klar und hätte diesen sogar noch deutlicher gewinnen können. Vor allem mit seinem starken Aufschlag setzte er Giron immer wieder unter Druck. Der 1,98 Meter große Olympiasieger von 2021 kam souverän durch seine Servicegames, während der Amerikaner bei eigenem Aufschlag früh Probleme bekam.

Zweimal nahm Zverev Giron im ersten Durchgang den Service ab – zum 2:1 und 5:2. Danach wurde die Partie ausgeglichener. Giron, die Nummer 92 der Welt, fand besser ins Match, während sich Zverev mehrere leichtere Fehler leistete und seinen Unmut mehrfach erkennen ließ. Dennoch konnte sich der Deutsche auf seinen Aufschlag verlassen und entschied den Tiebreak des zweiten Satzes für sich.

Auch im dritten Durchgang sah zunächst alles nach einem souveränen Ende aus, als Zverev auf 4:1 davonzog. Diesen Vorsprung gab er zwar wieder aus der Hand und verlor dabei auch erstmals seinen Aufschlag, brachte den Sieg aber trotz kleinerer Unsicherheiten sicher ins Ziel. 39 direkte Gewinnschläge standen am Ende 39 unerzwungenen Fehlern gegenüber. Dass er erneut ohne Satzverlust weiterkam, dürfte mit Blick auf die kommenden Aufgaben zusätzlich wertvoll sein.

Zwei deutsche Profis unter den letzten 16

Mit seinem Erfolg folgte Zverev auf Jan-Lennard Struff und sorgte dafür, dass gleich zwei deutsche Spieler das Achtelfinale erreichten. Ein solches Ergebnis hatte es im Herren-Wettbewerb von Wimbledon zuletzt vor 14 Jahren gegeben, als Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber unter den besten 16 standen.

Allerdings ändert diese Bilanz wenig daran, dass das deutsche Herren-Tennis hinter Topspieler Zverev insgesamt weiterhin Luft nach oben hat.

Struff hatte bereits am Freitag mit einer starken Leistung erstmals in seiner Laufbahn die dritte Runde in Wimbledon überstanden. Am Sonntag spielt der 36-Jährige aus dem Sauerland gegen den Polen Hubert Hurkacz um den Einzug in sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen