Politik

„Wie ’33 eingemischt“ – Protschka attackiert Kirche

Er bezeichnet sich als gläubigen Christen und zahlt gern Kirchensteuer – doch dann zieht der AfD-Chef einen brisanten NS-Vergleich.

07.09.2026, 13:34 Uhr

Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Stephan Protschka hat die Kirchen aufgefordert, sich aus parteipolitischen Debatten herauszuhalten. Beim Volksfest Gillamoos im niederbayerischen Abensberg zog er dabei auch einen Vergleich zur Zeit des Nationalsozialismus. Wörtlich sagte er: „Die Kirche hat sich ’33 eingemischt, und was für ein Scheiß rausgekommen ist, das haben wir alle mitgekriegt.“

Protschka betonte zugleich, er sei selbst Christ und zahle gerne Kirchensteuer. Aus seiner Sicht sollten sich Vertreter der Kirchen jedoch nicht politisch festlegen. Seine Forderung formulierte er mit Blick auf die AfD deutlich: „Unsere Zukunft muss blau sein, und die Kirche muss neutral sein.“

Kardinal Marx wirbt für Respekt und Toleranz

Nach dem Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt äußerte sich erneut der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx. Er rief die Menschen dazu auf, sich für Respekt und Toleranz einzusetzen. Gegenüber der Zeitungsgruppe „Münchner Merkur/tz“ erklärte er, das Ergebnis für eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei sei „furchtbar und niederdrückend“ – dennoch sei es „nicht das letzte Wort“.

Protschka wertete den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt dagegen als Beleg für den Aufstieg seiner Partei. Die AfD sei, so seine Einschätzung, weiter im Vormarsch: „Wir sind nicht mehr aufzuhalten. Die blaue Welle rollt.“ Das gelte auch für Bayern. Ziel sei es, auf allen politischen Ebenen präsent zu sein – von den Kommunen bis ins Europäische Parlament. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatte die dort als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD am Vorabend mit knapp 44 Prozent gewonnen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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