Politik

Verfassungsschutz: Christliche Influencer und ihre AfD-Kontakte

Christfluencer, Verschwörungsmythen, AfD-Kontakte: Warum der Verfassungsschutz bei religiösen Influencern Alarm schlägt.

13.06.2026, 05:00 Uhr

Verfassungsschutz beobachtet christlich auftretende Extremisten

Das Bundesamt für Verfassungsschutz nimmt nach Angaben der Bundesregierung Personen und Gruppen in den Blick, die unter christlich-religiösem Vorzeichen extremistische Inhalte verbreiten. In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen heißt es, diese Akteure griffen in ihrer Agitation auf vermeintlich christliche Motive und Debatten zurück und deuteten sie für ihre Zwecke um. Damit würden insbesondere Aussagen und Verhaltensweisen legitimiert, die sich gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen richteten; teils würden auch extremistische Verschwörungserzählungen ideologisch gestützt. Nach Einschätzung der Bundesregierung richtet sich ein solches Vorgehen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

Ein Teil dieser Szene ist demnach in sozialen Netzwerken als Influencer aktiv. Laut Bundesregierung gibt es in einzelnen Fällen zudem Kontakte und Bestrebungen zur Vernetzung mit politischen Milieus im In- und Ausland, darunter auch mit Mitgliedern der AfD.

Grünen-Politikerinnen warnen vor Instrumentalisierung religiöser Symbole

Die Grünen-Innenpolitikerin Marlene Schönberger erklärte, rechtsextreme Akteure nutzten religiös aufgeladene Bilder und Erzählungen gezielt, um vor allem junge Menschen anzusprechen. Die Bundesregierung bestätige damit, dass sogenannte „Christfluencer“ mit Verbindungen zur AfD und zur MAGA-Bewegung rechtsextreme Ideologie, christliche Symbolik und Verschwörungserzählungen miteinander vermischten.

Bundestag
Die Abgeordnete Marlene Schönberger (Grüne) sagt: «Dass bereits unsere Anfrage auf spürbaren Gegenwind aus extrem rechten Kreisen gestoßen ist, zeigt, wie empfindlich die Szene auf kritische Nachfragen reagiert.» Quelle: Malin Wunderlich/dpa

Schönberger verwies zudem darauf, dass schon die parlamentarische Anfrage spürbare Reaktionen aus extrem rechten Kreisen ausgelöst habe. Das zeige, wie empfindlich die Szene auf kritische Nachfragen reagiere.

Auch Lamya Kaddor, religionspolitische Beauftragte der Grünen-Bundestagsfraktion, sieht Handlungsbedarf. Angesichts der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den großen Kirchen sei für sie klar, dass die Bundesregierung der Vereinnahmung christlicher Symbole und Erzählungen durch Rechtsextreme mehr Aufmerksamkeit schenken müsse.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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