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Tod dreier Kinder: Jury kann sich nicht einigen

Kein Urteil in Sicht? Im Prozess um drei getötete Kinder bleibt die Jury erneut uneins – jetzt droht der spektakuläre Abbruch.

02.09.2026, 20:42 Uhr

Jury im Prozess um den Tod dreier Kinder erneut ohne einstimmiges Urteil

Im viel beachteten Verfahren gegen eine Mutter, die beschuldigt wird, ihre drei kleinen Kinder getötet zu haben, ist die Jury zum zweiten Mal zu keiner einheitlichen Entscheidung gelangt. Nach übereinstimmenden US-Medienberichten informierten die Geschworenen das Gericht im Bundesstaat Massachusetts am Mittwochnachmittag darüber, dass weiterhin keine Einstimmigkeit erreicht werden konnte.

Richter William Sullivan reagierte darauf mit einer speziellen Belehrung für festgefahrene Beratungen. Er wies die zwölf Geschworenen an, ihre bisherigen Einschätzungen noch einmal zu prüfen und die Beratungen fortzusetzen, um doch noch ein gemeinsames Urteil zu finden. Sollte auch dieser Anlauf scheitern, könnte das Verfahren ohne abschließenden Schuldspruch enden.

Schon am Dienstag hatten die neun Frauen und drei Männer der Jury erklärt, dass sie trotz stundenlanger Beratungen keine gemeinsame Entscheidung treffen konnten. Damals hatte Sullivan sie zunächst lediglich aufgefordert, weiter zu diskutieren. Insgesamt befassen sich die Geschworenen inzwischen seit etwa 27 Stunden mit dem Fall.

Die 36-jährige Lindsay C. hat eingeräumt, im Januar 2023 im Haus der Familie ihre fünfjährige Tochter Cora, den dreijährigen Sohn Dawson und den acht Monate alten Callan getötet zu haben. Im Mittelpunkt des Prozesses steht jedoch die Frage, ob sie strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann.

Die Verteidigung führt an, Lindsay C. habe zur Tatzeit unter einer schweren postpartalen Psychose gelitten. Dabei handelt es sich um eine seltene psychische Störung nach einer Geburt, die unter anderem mit Wahnvorstellungen und einem Verlust des Realitätsbezugs verbunden sein kann. Die Staatsanwaltschaft vertritt dagegen die Auffassung, die Frau habe die Taten bewusst vorbereitet und gewusst, was sie tat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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