Kallas skeptisch bei Aussicht auf baldiges Kriegsende in der Ukraine
Trotz neuer diplomatischer Bemühungen aus den USA rechnet die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nicht mit einem schnellen Ende des Kriegs in der Ukraine. Bei einem Besuch in Litauen erklärte sie, es gebe aus ihrer Sicht keine Anzeichen dafür, dass Russland ernsthaft an einem Friedensschluss interessiert sei. Moskau habe bislang keinerlei Entgegenkommen gezeigt.
Stattdessen, so Kallas bei einer Pressekonferenz in Vilnius, verschärfe Russland seine Angriffe auf die Zivilbevölkerung aus der Luft, sobald es an der Front an Boden verliere.
Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner waren am Wochenende zunächst in Moskau und anschließend erstmals auch in Kiew. Konkrete Fortschritte wurden nach den Gesprächen jedoch nicht bekannt. Kallas begrüßte dennoch den Besuch in der ukrainischen Hauptstadt. Aus ihrer Sicht habe dieser zumindest einen kurzfristigen positiven Effekt gehabt: Während der drei Tage seien keine Bombardierungen ziviler Ziele erfolgt.
Kremlchef Wladimir Putin hatte für die Zeit des Aufenthalts der US-Delegation eine dreitägige Angriffspause gegen Kiew angekündigt. Im Gegenzug verzichtete auch die Ukraine in diesem Zeitraum auf Angriffe gegen Moskau.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber