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Eklat am Eiffelturm: Streik nach Rauswurf von Frauen

Eklat am Eiffelturm: Frauen wegen einer religiösen Gruppe ausgeschlossen. Jetzt wächst der Druck auf Paris – was passiert als Nächstes?

07.09.2026, 19:56 Uhr

Am Pariser Eiffelturm hat ein mutmaßlich diskriminierender Vorfall einen Protest der Belegschaft ausgelöst. Beschäftigte legten aus Empörung die Arbeit nieder, sodass das Wahrzeichen den gesamten Tag über geschlossen blieb.

Offiziell war auf der Website des Eiffelturms lediglich von „betrieblichen Gründen“ die Rede. Nach Informationen von „Le Parisien“ soll jedoch am Samstag auf Wunsch einer etwa 100-köpfigen hinduistischen Besuchergruppe das weibliche Personal auf der dritten Etage vorübergehend abgezogen worden sein. Dem Bericht zufolge wurde die Gruppe anschließend nur noch von Männern betreut.

Empörung in Paris

Der Vorfall sorgte in der französischen Hauptstadt für heftige Reaktionen. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire stellte sich hinter den Protest der Beschäftigten. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern dürfe weder an historischen Sehenswürdigkeiten noch an irgendeinem anderen Ort der Stadt infrage gestellt werden, erklärte der Sozialist. Er kündigte zudem eine rasche Untersuchung an.

Auch Ariel Weil, Bürgermeister des zentralen Pariser Bezirks und zugleich Präsident der Betreibergesellschaft des Eiffelturms, reagierte deutlich. Auf der Plattform X schrieb er, kein religiöses Motiv könne eine Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts oder irgendeine andere Form der Diskriminierung gegenüber Besuchern rechtfertigen. Nun müsse der Sachverhalt vollständig aufgeklärt werden.

Kritik auch aus der Regionalpolitik

Die konservative Präsidentin der Region Île-de-France, Valérie Pécresse, zeigte sich ebenfalls schockiert. Es sei nicht hinnehmbar, dass bei einer organisierten Führung am Eiffelturm eine hinduistische Delegation, darunter auch Geistliche, verlangt haben soll, dass weibliche Mitarbeiterinnen von der Betreuung ausgeschlossen werden.

Barnier verlangt Erklärung

Scharfe Kritik kam außerdem vom früheren konservativen Premierminister Michel Barnier. In Frankreich dürften ausländische Traditionen nicht bestimmen, wie Frauen sich zu kleiden oder im öffentlichen Raum zu verhalten hätten, erklärte er. Frauen würden nicht versteckt oder ausgeblendet, sondern respektiert, und ihre Freiheit müsse verteidigt werden. Von der Betreibergesellschaft forderte er eine Stellungnahme.

Wann der Eiffelturm wieder für Besucher öffnen wird, war zunächst offen. Vertreter der Beschäftigten bezeichneten den Vorfall laut „Le Parisien“ als völlig untragbar. Die Betreibergesellschaft habe inzwischen eingeräumt, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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