Ukraine

Blutbad im Bus: Russlands Angriff erschüttert Ostukraine

Nach Russlands tödlichem Schlag auf Kramatorsk schlagen die Behörden Alarm – und drängen die Menschen jetzt zur Flucht.

08.10.2026, 11:27 Uhr

Mindestens 30 Tote bei russischem Angriff auf Busse nahe Kramatorsk

Bei einem schweren russischen Angriff nahe Kramatorsk im ostukrainischen Gebiet Donezk sind nach Angaben der Behörden mindestens 30 Menschen in Bussen getötet worden. Zudem seien 18 weitere Menschen verletzt worden, teilte der Donezker Militärgouverneur Wadym Filaschkin mit. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Zuvor war von deutlich weniger Opfern sowie nur einem betroffenen Bus die Rede gewesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach inzwischen von einem russischen Bombenangriff auf zwei kleine Busse.

Selenskyj erklärte auf Telegram, Ärztinnen und Ärzte kämpften derzeit um das Leben der Verletzten. Die Zahl der Todesopfer könne daher weiter steigen. Einige der Getöteten seien bislang noch nicht identifiziert worden. Zudem seien bei dem Angriff auch Wohnhäuser und Autos beschädigt worden. Der Präsident kündigte eine harte Reaktion auf den Angriff an.

Filaschkin veröffentlichte auf Telegram Fotos eines ausgebrannten Busses. Er sprach von Menschen, die von der russischen Armee getötet worden seien, und betonte, dafür gebe es keinerlei Rechtfertigung.

Aufruf zur Flucht aus der Region

Filaschkin rief die noch im Gebiet Donezk verbliebenen Einwohner erneut dazu auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner weigern sich jedoch weiterhin, ihre Heimat und ihren Besitz zurückzulassen – trotz wiederholter Evakuierungsaufrufe.

Angesichts der nach seinen Worten drastisch verschlechterten Sicherheitslage wies der Gouverneur die Militärverwaltungen von Kramatorsk und Slowjansk an, den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. Das Leben von Fahrgästen und Fahrern dürfe nicht zusätzlich gefährdet werden.

Gouverneur wirft Russland gezielte Angriffe auf Zivilisten vor

Nach Darstellung Filaschkins greifen russische Streitkräfte gezielt Zivilisten an. Ein Bus mit Fahrgästen sei aus seiner Sicht deshalb ein besonders attraktives Ziel, weil mit einem einzigen Schlag möglichst viele Menschen getötet werden könnten. Russland missachte bewusst grundlegende Regeln der Kriegsführung und die Normen des humanitären Völkerrechts, sagte er.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Zu den Zielen Moskaus gehört auch, das Gebiet Donezk vollständig unter seine Kontrolle zu bringen. Die ukrainischen Streitkräfte verteidigen ihre Städte weiter mit westlicher Militärhilfe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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