Politik

Überraschung in Michigan: El-Sayed siegt bei Vorwahl

Richtungswahl mit Sprengkraft: In Michigan schicken die Demokraten einen linken Hoffnungsträger ins entscheidende Senatsrennen.

05.08.2026, 16:56 Uhr

Progressiver Demokrat gewinnt wichtige Vorwahl in Michigan

Der dem linken Parteiflügel zugerechnete Demokrat Abdul El-Sayed hat in Michigan die viel beachtete demokratische Vorwahl für einen Sitz im US-Senat gewonnen. Nach übereinstimmenden Prognosen amerikanischer Medien setzte er sich knapp gegen die eher moderate Demokratin Haley Stevens durch. Der Ausgang der Abstimmung wurde landesweit aufmerksam verfolgt – auch mit Blick auf die Zwischenwahlen im November.

Am 3. November wird in Michigan einer von insgesamt 33 Senatssitzen neu vergeben. El-Sayed tritt dann gegen den Republikaner Mike Rogers an. Beobachter halten das Rennen in dem politisch hart umkämpften Swing State für besonders offen. Es gilt als eines der wenigen Senatsrennen, deren Ausgang im Vorfeld nur schwer vorherzusagen ist. Entsprechend könnte das Ergebnis eine wichtige Rolle für die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Senat spielen.

Der Sitz wird derzeit noch vom Demokraten Gary Peters vertreten. Im Senat verfügen die Republikaner aktuell über eine knappe Mehrheit. Für die Demokraten stellt sich nun vor allem die Frage, ob El-Sayed mit seinem klar linken Profil auch über die eigene Parteibasis hinaus genügend Wähler mobilisieren kann.

US-Präsident Donald Trump wertete die Berichte über El-Sayeds Erfolg als „großartige Nachricht für die Republikanische Partei“. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er den Demokraten als „kommunistischen Versager“. Trump greift seit geraumer Zeit immer wieder auf solche Angriffe gegen linke Kräfte innerhalb der Demokratischen Partei zurück.

Einsatz für staatliche Krankenversicherung

El-Sayed wurde in Michigan als Sohn ägyptischer Einwanderer geboren. Er studierte Medizin an der Columbia University und promovierte an der University of Oxford. Bereits mit 30 Jahren übernahm er die Leitung des Gesundheitsamts von Detroit. 2018 kandidierte er schon einmal in einer demokratischen Vorwahl, damals für das Gouverneursamt in Michigan, unterlag jedoch Gretchen Whitmer.

Politisch wirbt El-Sayed unter anderem für eine allgemeine staatliche Krankenversicherung nach dem Modell „Medicare for All“, höhere Steuern für Superreiche, den Verzicht auf große Unternehmensspenden sowie entschlossenere Schritte gegen den Klimawandel. Außerdem äußert er sich deutlich kritisch zur Politik der israelischen Regierung und spricht sich für ein Ende der US-Militärhilfen aus.

Innerhalb der Demokratischen Partei hat El-Sayed vor allem im linken Lager starken Rückhalt. Unterstützt wurde er unter anderem von Senatorin Elizabeth Warren sowie den Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und Ro Khanna.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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