US-Präsident Donald Trump vertritt beim Thema Atomwaffen unterschiedliche Töne gegenüber Iran und Nordkorea. Während er wiederholt betont, Teheran dürfe niemals in den Besitz einer Atombombe gelangen, äußerte er sich über Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un deutlich nachsichtiger. Auf eine Frage in Washington, warum für Iran andere Maßstäbe gelten sollten als für Nordkorea, verwies Trump auf sein persönliches Verhältnis zu Kim und bezeichnete ihn als Freund.
Trump sagte, Kim verfüge über nukleare Fähigkeiten und über ein beachtliches Atomarsenal. Zugleich erklärte der Präsident, solange er im Amt sei, werde es Kim gut gehen. Zur Begründung führte Trump an, der nordkoreanische Machthaber respektiere ihn und möge ihn.
Pjöngjang reagiert nicht auf neue Gesprächssignale
Die Führung in Pjöngjang hebt zwar regelmäßig das gute persönliche Verhältnis zwischen Kim und Trump hervor. Konkrete Annäherungen oder Reaktionen auf neue Gesprächsangebote aus Washington blieben bislang jedoch aus. Bereits in Trumps erster Amtszeit hatten sich beide mehrfach persönlich getroffen.
Zuletzt hatte Kim Yo Jong, die Schwester von Kim Jong Un, erklärt, ihr Bruder verbinde mit Trump gute Erinnerungen und positive Gefühle. Gleichzeitig bezeichnete sie Forderungen nach einer Denuklearisierung Nordkoreas als unrealistisch. Hinweise auf die Bereitschaft zu einem neuen Gipfeltreffen, wie Trump es wiederholt öffentlich ins Spiel gebracht hatte, gab es aus Nordkorea bisher nicht.
In den weiterhin stockenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran besteht Trump dagegen unverändert darauf, dass Iran keine Atomwaffen entwickeln oder besitzen darf. Das iranische Atomprogramm zählt zu den zentralen Konfliktpunkten zwischen beiden Seiten. Ein weiterer großer Streitpunkt bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus, die für den internationalen Ölhandel von enormer Bedeutung ist.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber