Söder mahnt nach Trumps Abzugsdrohung zu Ruhe
CSU-Chef Markus Söder hat nach den erneuten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über einen möglichen Abzug amerikanischer Soldaten aus Deutschland zu Besonnenheit aufgerufen. Der bayerische Ministerpräsident sagte der "Bild", er hoffe, dass Trump weiterhin im Interesse der US-Streitkräfte handle und die Präsenz in Deutschland eher ausbaue. Zugleich betonte Söder, man solle die Lage gelassen betrachten, da sich die amerikanischen Truppen in Deutschland sehr wohlfühlten.
Strategische Bedeutung Deutschlands für die USA
Nach Söders Einschätzung läge ein Rückzug der US-Truppen weder im deutschen noch im amerikanischen Interesse. Deutschland sei für die Vereinigten Staaten ein wichtiger strategischer Standort mit großer Bedeutung für weltweite Militäreinsätze. Besonders hob er den Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern hervor, der als größter seiner Art in Europa gilt. Dort würden auch ukrainische Soldaten ausgebildet, die sich im Krieg gegen Russland verteidigen.
Trump prüft Verringerung der US-Präsenz
Trump hatte zuvor erneut angekündigt, einen Abzug von US-Soldaten aus Deutschland in Betracht zu ziehen. Nach seinen Angaben werde derzeit geprüft, ob die Truppenstärke reduziert werden soll. Eine Entscheidung dazu werde in Kürze erwartet, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social.
Derzeit rund 39.000 US-Soldaten in Deutschland
Nach Angaben des US-Militärs waren Mitte April etwa 86.000 amerikanische Soldaten in Europa stationiert. Rund 39.000 davon befinden sich demnach in Deutschland. Diese Zahlen können sich jedoch regelmäßig verändern, etwa durch Truppenrotationen oder laufende Manöver.
Streit mit Kanzler Merz
Trumps Ankündigung steht im Zusammenhang mit seiner scharfen Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz. Hintergrund waren dessen kritische Äußerungen zur US-Offensive gegen den Iran. Trump griff den CDU-Vorsitzenden daraufhin auf Truth Social heftig an und warf ihm vor, nicht zu wissen, wovon er spreche. Zudem erklärte er, es sei kein Wunder, dass es Deutschland wirtschaftlich und auch sonst schlecht gehe. Dem Kanzler unterstellte Trump außerdem, eine iranische Atombewaffnung hinzunehmen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion