Der Prozess gegen den früheren FBI-Direktor James Comey wegen einer mutmaßlichen Drohung gegen US-Präsident Donald Trump soll in etwas mehr als zwei Monaten starten. Richterin Louise Flanagan legte den Verhandlungsbeginn auf den 15. Juli fest. Comeys Verteidigung kündigte zugleich an, die Anklage per Antrag abweisen lassen zu wollen.
Auslöser des Falls ist ein Instagram-Beitrag vom Mai 2025. Darin war ein Foto von Muscheln am Strand zu sehen, die die Zahlen „86 47“ bildeten. Trump, der 47. Präsident der Vereinigten Staaten, sowie seine Anhänger werteten die Kombination als Aufruf, den Präsidenten zu töten. Comey bestreitet das und weist den Vorwurf zurück, zu Gewalt angestiftet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm jedoch vor, bewusst eine Morddrohung gegen Trump verbreitet zu haben.
Nach Angaben des Merriam-Webster-Wörterbuchs ist „86“ ein älterer Ausdruck, der bereits in den 1930er Jahren belegt ist. Ursprünglich konnte damit etwa gemeint sein, dass ein Gericht in einem Restaurant nicht mehr verfügbar ist. Später kamen Bedeutungen wie „loswerden“ oder „abweisen“ hinzu. Eine weitere, jedoch seltene Verwendung ist laut Wörterbuch auch „töten“.
Comey weist Gewaltabsicht zurück
Nach der Kritik löschte Comey den Beitrag wieder. Später erklärte er auf Instagram, er habe die Muschelanordnung lediglich als politische Botschaft verstanden. Einen Aufruf zu Gewalt gegen Trump habe er nie beabsichtigt. Wörtlich schrieb er, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass manche Menschen diese Zahlenfolge mit Gewalt in Verbindung bringen.
Für die Anklage dürfte es entscheidend sein, Comey eine klare Bedrohungsabsicht nachzuweisen. Der Ex-FBI-Chef hatte zuvor erklärt, er habe die aus Muscheln gelegten Zahlen bei einem Spaziergang am Strand entdeckt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion