US-Präsident Donald Trump hat die jüngsten Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf Saudi-Arabien scharf kritisiert und zugleich mit Konsequenzen gedroht. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Huthi verhielten sich "äußerst schlecht". Vor einem Jahr, so Trump, habe er geglaubt, die Miliz habe ihre Lektion gelernt, nachdem die USA sie massiv bombardiert und die Angriffe auf deren Bitte hin eingestellt hätten.
Nun würden die Huthi seiner Darstellung nach vermutlich erneut auf Anweisung des Irans handeln und wieder Saudi-Arabien attackieren. Trump warf ihnen vor, mit den Angriffen bewusst einen Anstieg der Ölpreise herbeiführen zu wollen — "wahrscheinlich vor den US-Wahlen – NICHT NETT", schrieb er.
Mit Blick auf die in drei Wochen anstehenden wichtigen Zwischenwahlen erklärte Trump zudem, jemand solle den Huthi klarmachen, dass er selbst gar nicht zur Wahl stehe. Zugleich sprach er eine deutliche Warnung aus: Nach der Wahl werde er weiterhin im Amt sein und nichts vergessen.
Die Vereinigten Staaten gelten als enger Partner Saudi-Arabiens und unterhalten Truppen auf einer Luftwaffenbasis in dem Wüstenkönigreich. Saudi-Arabien ist im wieder aufgeflammten Jemen-Krieg wiederholt Ziel von Angriffen geworden, darunter auch Attacken auf die Öl-Infrastruktur des Landes. Am Samstag kamen bei dem schwersten Angriff in Saudi-Arabien seit etwa zehn Jahren am Flughafen von Riad mindestens 13 Menschen ums Leben, rund 300 weitere wurden verletzt.
Bislang hat Trump auf neue US-Luftangriffe im Jemen verzichtet. In den Jahren 2024 und 2025 hatte das US-Militär dort mehrfach Stellungen der Huthi bombardiert. Damals stand vor allem der Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer im Vordergrund, nachdem die Miliz wiederholt Schiffe angegriffen, teils versenkt oder entführt hatte.
Kurz vor den Zwischenwahlen dürfte Trump wenig Interesse an einer neuen militärischen Eskalation im Jemen haben. Hinzu kommt, dass auch sein Konfliktkurs gegenüber dem Iran bei vielen US-Bürgerinnen und US-Bürgern auf Ablehnung stößt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber