US-Präsident Donald Trump hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu knapp anderthalb Wochen vor der Parlamentswahl am 27. Oktober öffentlich seine Unterstützung zugesichert. Auf seiner Plattform Truth Social nannte Trump Netanjahu einen großartigen „Partner für Frieden“ im Kampf gegen den Iran.
Trump schrieb über die Islamische Republik, sie sei militärisch und finanziell zerstört worden. Sollte Teheran seinen Kurs nicht rasch ändern, werde man diese Aufgabe bald zu Ende bringen, drohte er. Den Krieg gegen den Iran hätten Trump und Netanjahu Ende Februar gemeinsam begonnen, so der US-Präsident.
Zugleich erklärte Trump, jede andere Führungspersönlichkeit als „Bibi“ wäre aus seiner Sicht die falsche Wahl für Israel. In diesem Fall müssten die USA diese Aufgabe allein übernehmen – etwas, wozu er nicht bereit sei. Netanjahu habe sich trotz enormen Widerstands, auch im eigenen Land, als stark, mutig und brillant erwiesen. Genau einen solchen Partner erwarteten die Vereinigten Staaten von Israel. Trump bezeichnete seine Erklärung ausdrücklich als uneingeschränkte und vollumfängliche Unterstützung für Netanjahus erneuten Antritt als israelischer Ministerpräsident.
Mit seiner Stellungnahme beantwortete Trump eine Frage, die er zuvor monatelang offengelassen hatte. Mitte Juni hatte er laut dem israelischen Sender Kan gesagt, er werde Netanjahu bei der Wahl wahrscheinlich unterstützen, wolle aber zunächst abwarten, wer tatsächlich kandidiere. Zugleich betonte Trump damals, er habe zwar ein gutes Verhältnis zu Netanjahu, dieser müsse sich jedoch vernünftiger verhalten.
Nachdem Trump und Netanjahu den Krieg gegen den Iran gemeinsam begonnen hatten, wurden im weiteren Verlauf des Konflikts zunehmend unterschiedliche Interessen sichtbar. In dieser Phase äußerte sich der US-Präsident ungewohnt offen und öffentlich kritisch über den israelischen Regierungschef.
Netanjahu reagierte inzwischen mit einem Video und bedankte sich bei Trump für dessen Worte. Er fühle sich durch die außerordentliche Unterstützung des US-Präsidenten zutiefst geehrt. Im Weißen Haus habe es noch nie einen größeren Freund Israels gegeben, sagte Netanjahu und nannte diese Einschätzung noch eine Untertreibung. Die USA könnten sich glücklich schätzen, einen Anführer mit Überzeugung, Klarheit und Mut zu haben, der sich der Bedrohung für Amerika und Israel entgegenstelle. An Trump gerichtet sagte Netanjahu abschließend: „Vielen Dank für Ihre unglaubliche Führungsstärke.“
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber