Politik

Supreme Court lässt Abtreibungspillen weiter per Post zu

Showdown um Abtreibungspille in den USA: Das höchste Gericht hat entschieden – mit Folgen für Millionen Frauen.

15.05.2026, 00:35 Uhr

Oberstes US-Gericht hält Versand von Abtreibungspille vorerst aufrecht

In den USA darf die Abtreibungspille Mifepristone weiterhin online verschrieben und per Post zugestellt werden, ohne dass dafür zwingend ein persönlicher Arzttermin nötig ist. Der Supreme Court entschied am Donnerstag, bestehende Einschränkungen eines niedrigeren Gerichts zunächst auszusetzen, bis das Verfahren weiter geprüft ist. Die Hersteller hatten sich zuvor im Eilverfahren an das höchste Gericht gewandt und vor spürbaren Folgen für die medizinische Versorgung gewarnt.

Zu Monatsbeginn hatte ein Bundesberufungsgericht den Zugang zu Abtreibungspillen über den Postweg vorläufig deutlich begrenzt. Das Richtergremium in New Orleans setzte dabei eine Regelung der US-Arzneimittelbehörde FDA außer Kraft, die den Versand von Mifepristone nach einer telemedizinischen Verschreibung erlaubt hatte. Auslöser war eine Klage des republikanisch regierten Bundesstaates Louisiana, der geltend machte, diese Vorgaben stünden im Widerspruch zu seinem nahezu vollständigen Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen.

Die Entscheidung der Vorinstanz hätte bedeutet, dass das Medikament vorerst nur noch direkt in Kliniken oder Arztpraxen ausgegeben werden dürfte. Eine frühere Anordnung des Supreme Court hatte diese Vorgabe jedoch bereits vergangene Woche vorläufig gestoppt. Mit dem neuen Beschluss bleibt diese Aussetzung nun zunächst bestehen.

Die weiterhin erlaubte Praxis ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in den Vereinigten Staaten geworden. Nachdem der Supreme Court 2022 das Grundsatzurteil Roe v. Wade aufgehoben hatte, konnten die Bundesstaaten wieder eigene, teils sehr strenge Abtreibungsverbote erlassen. In diesem Umfeld gewann die telemedizinische Verschreibung mit anschließender Postzustellung stark an Bedeutung. Mifepristone wird inzwischen bei einem Großteil der Schwangerschaftsabbrüche in den USA verwendet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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