Zwei chinesische Staatsbürger in Südkorea wegen Spionageverdachts festgenommen
In Südkorea sind zwei chinesische Staatsbürger unter Spionageverdacht festgenommen worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Yonhap handelt es sich bei beiden Männern um frühere Angehörige der chinesischen Volksbefreiungsarmee.
Einem der Verdächtigen, einem Mann in seinen 60ern, wird vorgeworfen, den Funkverkehr zwischen südkoreanischen und US-amerikanischen Kampfjets abgehört zu haben. Laut Bericht reiste er seit Januar 2024 mehrfach mit einem Touristenvisum nach Südkorea ein. In einem Hotel nahe dem Flughafen Gunsan im Südwesten des Landes soll er mit professioneller Ausrüstung die Kommunikation zwischen Kampfjets und Fluglotsen mitgeschnitten haben.
Am Standort Gunsan sind Einheiten der südkoreanischen Luftwaffe und der US-Luftwaffe stationiert. Die Aufenthalte des Mannes sollen zudem zeitlich mit gemeinsamen Luftwaffenübungen Südkoreas und der USA zusammengefallen sein.
Der zweite Festgenommene ist ein 45-jähriger ethnischer Koreaner mit chinesischer Staatsangehörigkeit. Ihm wird vorgeworfen, eine Südkoreanerin angeworben zu haben, die auf dem US-Militärstützpunkt Camp Humphreys beschäftigt war. Von dort soll sie geheime Informationen über gemeinsame Militärübungen der USA und Südkoreas beschafft haben. Camp Humphreys gilt als der größte US-Militärstützpunkt außerhalb der Vereinigten Staaten.
Lebenslange Haft als Höchststrafe möglich
Beiden Beschuldigten wird nach südkoreanischem Recht die sogenannte Begünstigung des Feindes vorgeworfen. Im Fall einer Verurteilung droht ihnen als Höchststrafe lebenslange Haft.
Die USA haben derzeit rund 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert. Zudem finden jedes Jahr gemeinsame Militärübungen mit den südkoreanischen Streitkräften statt. Das nächste Manöver beginnt in der kommenden Woche.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber