Der SPD-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat offen gelassen, ob er im Januar erneut für den Parteivorsitz kandidieren wird. Zugleich machte er bei einem Mitgliederkonvent der Ruhr-SPD in Bochum deutlich, dass es ihm nicht um den Erhalt des Amtes um jeden Preis gehe. Unabhängig davon, wer künftig an der Parteispitze stehe, brauche diese Person die Unterstützung der gesamten SPD, sagte Klingbeil. Später erklärte er vor Journalisten, er übe das Amt zwar sehr gern aus, sei sich aber auch der Kritik an seiner Person bewusst.
Hintergrund ist die anstehende Neuwahl der Parteiführung im Januar, nachdem Bärbel Bas Mitte Oktober sowohl als Bundesarbeitsministerin als auch als Co-Parteivorsitzende zurückgetreten war. Klingbeil sprach von einer besonderen Lage für die SPD. Kritik gehöre für ihn dazu, betonte er, denn sein Ziel sei es, dass sich die Partei bis zum Parteitag Mitte Januar möglichst gut aufstelle.
Der Vizekanzler verwies auf die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen: wirtschaftliche Probleme, angespannte Haushaltsfragen und außenpolitische Herausforderungen. Gerade deshalb müsse die SPD personell optimal aufgestellt sein. Über seine eigene Rolle wolle er nicht allein entscheiden; diese Frage werde derzeit parteiintern beraten. Wann es dazu einen Vorschlag geben werde, ließ er offen.
Klingbeil unterstrich erneut, entscheidend sei für ihn nicht seine persönliche Position, sondern die beste Lösung für die Partei. Er hänge nicht an seinem Amt, sondern wolle seinen Beitrag dazu leisten, dass am Ende die stärkste mögliche Aufstellung der SPD stehe.
Als mögliche weitere Bewerber für den Parteivorsitz gelten bereits mehrere Namen. So hatte der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil eine Kandidatur zuletzt nicht ausgeschlossen. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig werden gute Chancen auf einen Platz in einer künftigen Doppelspitze eingeräumt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber