CSU-Chef Markus Söder hat den angekündigten Rückzug von Unionsfraktionschef Jens Spahn mit Respekt kommentiert. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in München erklärte der bayerische Ministerpräsident, es handle sich um eine persönliche Entscheidung, die Anerkennung verdiene. Zugleich dankte er Spahn für die aus seiner Sicht sehr gute Zusammenarbeit, insbesondere in schwierigen Phasen.
Holetschek hebt Spahns Wirken hervor
Auch der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Klaus Holetschek, würdigte Spahn ausdrücklich. Er sprach von großem Respekt für dessen Schritt und betonte, Spahn habe in unterschiedlichen politischen Funktionen Verantwortung übernommen und sich auch in einer anspruchsvollen Lage erneut nach vorne gestellt.
Debatte über Verantwortung und Lebensschutz
Holetschek verwies zugleich auf die aus seiner Sicht bestehende Verantwortung für den Schutz und die Würde menschlichen Lebens von Anfang an. In der aktuellen Debatte um Leihmutterschaft dürfe nicht übersehen werden, dass ein Kind geboren worden sei, das später einmal nachvollziehen könne, was in dieser Zeit öffentlich diskutiert wurde.
Rücktritt per Schreiben an die Fraktion angekündigt
Spahn hatte die Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuvor in einem Schreiben über seinen geplanten Rücktritt informiert. Darin erklärte er, ihm sei in den vergangenen Tagen klar geworden, dass sein persönlicher Wunsch nach Familie und seine neue Rolle als Vater nicht mit dem politischen Spitzenamt vereinbar seien.
Zuletzt war der Druck auf Spahn gewachsen, nachdem bekannt geworden war, dass er und sein Ehemann in den USA die Hilfe einer Leihmutter in Anspruch genommen hatten. Auch Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte sich demnach für einen Rücktritt ausgesprochen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber