Ukraine

Kiews Drohnen zwingen Moskau zum Abzug von der Front

Putins Flotte unter Druck: Kiews Drohnenangriffe im Schwarzen Meer könnten Moskaus Frontstrategie jetzt kippen.

18.07.2026, 12:26 Uhr

Ukrainische Drohnentruppen melden weitere Treffer gegen russische Schiffe

Die ukrainischen Drohneneinheiten haben nach eigenen Angaben 13 weitere russische Schiffe attackiert. Wie ihr Kommandeur Robert Browdi in sozialen Netzwerken erklärte, sei die Gesamtzahl der im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer beschossenen Schiffe damit auf 172 gestiegen. In der Nacht zum Samstag seien demnach acht Frachter, ein Tanker, ein Gasschiff, ein Schlepper sowie zwei Schwimmkräne getroffen worden. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.

Kiew verfolgt mit solchen Angriffen nach eigener Darstellung das Ziel, die militärische Logistik Russlands im Angriffskrieg zu stören. Browdi zufolge führt die seit Wochen laufende Jagd auf russische Schiffe inzwischen dazu, dass Moskau Teile seiner Drohneneinheiten der sogenannten Rubikon-Truppen von der Front abziehe und zum Schutz des Schiffsverkehrs verlege. Das schwäche nach seinen Worten die russischen Kräfte an den Frontabschnitten.

Browdi kündigt Fortsetzung der Angriffe an

Nach Darstellung Browdis setzt Russland neben Teilen der Rubikon-Einheiten auch Mittel der 51. Luftabwehrdivision sowie eines Flugabwehrregiments der verbliebenen Schwarzmeerflotte ein. Er kündigte an, die Operationen gegen russische Schiffe bis zum Monatsende und in der ersten Augusthälfte weiterzuführen.

Mit Blick auf Moskau äußerte sich Browdi kämpferisch und erklärte, die von ukrainischen Angriffen stark betroffene Halbinsel Krim werde später wieder aufgebaut. Die Krim war bereits 2014 von Russland annektiert worden.

Russland meldet eigene Angriffe in der Region Odessa

Weder aus Moskau noch von unabhängiger Seite gab es zunächst eine Bestätigung für die behauptete Verlegung russischer Drohneneinheiten. Auch blieb offen, welche konkreten Folgen ein solcher Schritt für die Front hätte, an der sich die Bodentruppen seit Monaten wegen des intensiven Drohneneinsatzes beider Seiten kaum bewegen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte seinerseits mit, in der südukrainischen Schwarzmeerregion Odessa erneut Hafenanlagen sowie zwei Frachtschiffe angegriffen zu haben, die für Waffentransporte genutzt worden seien. Auch diese Angaben konnten unabhängig nicht überprüft werden. Beide Kriegsparteien veröffentlichten zudem nicht verifizierte Videoaufnahmen ihrer Einsätze.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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