Das Team der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ hat die kurzfristige Ausladung des Rappers Danger Dan deutlich beanstandet. Moderator Claus von Wagner sagte dem Mediendienst DWDL.de, der Sender habe ausreichend Zeit gehabt, den Liedtext im Vorfeld zu prüfen. Die Entscheidung wirke daher wenig professionell.
Geplant war, dass Danger Dan gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit in der 100. Ausgabe der Sendung seinen neuen Song „Keine Angst“ vorträgt. Die Jubiläumsfolge widmet sich den Themen Radikalisierung und der Frage, wie widerstandsfähig die Demokratie ist. Kurz vor der Aufzeichnung strich das ZDF den Auftritt jedoch mit der Begründung, einzelne Passagen könnten als Aufruf zu Gewalt verstanden werden.
Von Wagner betonte, gerade weil das Lied als Anleitung zum Widerstand gegen rechtsextreme Strukturen gelesen werden könne und Diskussionsstoff biete, sei der Beitrag für die Sendung vorgesehen gewesen.
Umgang mit der Lücke in der Sendung
Moderatorin Maike Kühl kündigte mit Blick auf die Ausgabe am Dienstagabend an, man werde sich mit dem Fehlen von Danger Dan und dessen Text inhaltlich auseinandersetzen. Von Wagner ergänzte, es wäre besser gewesen, diese Diskussion gemeinsam mit dem Künstler zu führen.
Auch das ZDF greift das Thema nun auf: Eine Sonderausgabe des Kulturmagazins „Aspekte“ soll sich am Samstagabend mit dem Song beschäftigen. Der Sender erklärte, Text und Botschaft des Stücks benötigten eine sorgfältige journalistische Einordnung. Dabei werde sich auch das „Anstalt“-Team kritisch mit der Ausladung befassen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber