Fußball

Trotz Remis: Klose verblüfft nach Zweitliga-Wahnsinn

Irres 4:4! Nürnberg verspielt gegen Wolfsburg spät den Coup – und Klose sagt nun Klartext zu den Aufstiegs-Träumen.

11.10.2026, 13:22 Uhr

Nürnberg verpasst Heimsieg in spektakulärem 4:4 gegen Wolfsburg

Miroslav Klose rang nach dem Schlusspfiff sichtbar mit seinen Gefühlen. Aus Sicht eines Fußballfans war das 4:4 (0:2) zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg ein mitreißendes Spektakel. Als Trainer der Franken ärgerte er sich jedoch darüber, dass der mögliche Heimsieg gegen den Aufstiegsfavoriten noch in letzter Sekunde aus der Hand gegeben wurde. Mit drei Punkten wäre Nürnberg zumindest vorübergehend an Hertha BSC vorbeigezogen und an die Tabellenspitze der 2. Liga geklettert.

Statt eines perfekten Abends blieb am Ende vor allem Enttäuschung. Piet Scobel, der doppelt traf, sprach davon, dass es "insgesamt ernüchternd" sei, wenn man in der Nachspielzeit in Führung gehe und dann doch noch den Ausgleich kassiere. Entsprechend sei die Enttäuschung zunächst groß. Mohamed Ali Zoma bewertete den Auftritt insgesamt positiv, nannte das Gegentor in letzter Minute aber dennoch bitter.

Nürnberg dreht das Spiel nach der Pause

In der ersten Halbzeit dominierten die Gäste aus Wolfsburg klar. Hauke Wahl brachte den Bundesliga-Absteiger in der 12. Minute in Führung, Muhammed Damar erhöhte in der 29. Minute auf 2:0. Nürnberg hatte in dieser Phase große Probleme und konnte sich zudem glücklich schätzen, dass Yannick Gerhardt zwei gute Möglichkeiten ungenutzt ließ.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der FCN wie verwandelt. Scobel traf in der 52. und 59. Minute zum Ausgleich, ehe Zoma in der 63. Minute die Partie komplett drehte. In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse: Alessio Besio erzielte in der ersten Minute der Nachspielzeit das 3:3. Joker Giannis Masouras brachte Nürnberg in der 96. Minute erneut in Front, doch Besio schlug kurz darauf noch einmal zu und stellte in der 99. Minute den 4:4-Endstand her.

1. FC Nürnberg - VfL Wolfsburg
Die Nürnberger ärgern sich über den späten Ausgleich durch Wolfsburg. Quelle: Daniel Karmann/dpa

"Achterbahn der Emotionen"

Scobel sprach nach dem Abpfiff von einer "Achterbahn der Emotionen". Mit nun fünf Saisontoren zählt er ebenso zu den auffälligsten Offensivspielern der Liga wie Zoma, der bereits siebenmal getroffen hat. Gemeinsam sorgten sie auch für einen historischen Wert: Noch nie hatte der 1. FC Nürnberg nach sieben Spielen im Profifußball bereits 20 Tore auf dem Konto.

Klose lobt Moral und zweite Halbzeit

Klose hob vor allem die Leistung nach der Pause hervor. Über den schwachen ersten Durchgang wollte er sich nicht näher auslassen und stellte lediglich fest, dass Wolfsburg dort den deutlich reiferen und robusteren Fußball gespielt habe. Umso mehr beeindruckte ihn die Reaktion seiner Mannschaft vor 44.028 Zuschauern.

Der Nürnberger Coach sprach von "brutaler Energie" in der zweiten Halbzeit und lobte sein Team dafür, nach dem Rückstand zurückgekommen zu sein und das Spiel gedreht zu haben. Für das Publikum sei es ein fantastisches Spiel gewesen, sagte Klose, für die Trainerbank allerdings eine nervenaufreibende Angelegenheit.

Nürnberg sieht sich als Spitzenteam

Nach zuvor fünf Siegen und einem Unentschieden galt die Partie gegen Wolfsburg als echter Gradmesser. Die Frage, ob Nürnberg nun ernsthaft zum Kreis der Aufstiegskandidaten gehört, beantwortete Klose selbstbewusst. Man sei derzeit oben dabei, sehe sich als Topteam und habe die Messlatte mit den jüngsten Auftritten selbst hoch gelegt.

Gleichzeitig mahnte der Weltmeister von 2014, dass man solche Leistungen immer wieder bestätigen müsse. Nach einem solchen Spiel könne man auf die Mannschaft jedoch vor allem stolz sein. Genau das sei der Weg, den Nürnberg weitergehen wolle.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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