Die Kunstbiennale in Venedig steht wegen der geplanten Wiedereröffnung des russischen Pavillons vor dem möglichen Verlust von EU-Fördergeldern. EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen teilte auf X mit, die Kommission habe der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) offiziell empfohlen, die Unterstützung in Höhe von zwei Millionen Euro für die Biennale zu beenden.
Virkkunen betonte, Kulturprojekte in Europa, die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, müssten demokratische Grundwerte stärken und verteidigen. Diese Prinzipien würden im heutigen Russland jedoch nicht geachtet, schrieb sie.
Erster russischer Auftritt seit dem Angriff auf die Ukraine
Russland ist bei der am 9. Mai eröffneten Ausstellung erstmals seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine wieder vertreten. Bei den beiden vorherigen Biennalen blieb der russische Pavillon ungenutzt: 2022 zogen sich die vorgesehenen Künstler aus Protest gegen den Angriff kurzfristig zurück. 2024 stellte Moskau das Gebäude stattdessen Bolivien zur Verfügung.
Nach früheren Informationen aus Brüssel erhält die Biennale-Stiftung von der EU-Kommission derzeit insgesamt zwei Millionen Euro über drei Jahre. Das Geld dient unter anderem der Förderung von Filmproduzenten und Projekten im Bereich immersiver Technologien.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber