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Tour: Merlier wieder eiskalt – was ist mit Philipsen los?

Merlier fliegt zum nächsten Tour-Coup – und Philipsen kämpft weiter. Warum Belgien jubelt, die Deutschen aber leer ausgehen.

11.07.2026, 19:42 Uhr

Merlier feiert zweiten Tour-Etappensieg in Serie – Philipsen erneut ohne Erfolg

Tim Merlier bleibt bei der Tour de France das Maß der Dinge in den Sprintankünften. Der Belgier gewann nach seinem Erfolg in Bordeaux auch die folgende Etappe in der Dordogne und ließ sich in Bergerac erneut feiern.

„Wenn man einmal gewinnt, kann auch ein zweiter Sieg folgen“, sagte der 33-Jährige. Zugleich betonte er, wie intensiv der Kampf um die richtige Position im Finale gewesen sei.

Für seinen Landsmann Jasper Philipsen verlief der Tag dagegen erneut enttäuschend. Der 28 Jahre alte Topsprinter wartet bei der 113. Frankreich-Rundfahrt weiterhin auf seine Bestform. Auch auf der achten Etappe, der dritten Sprintchance dieser Tour, verpasste er den erhofften Tagessieg und muss weiter auf seinen elften Etappenerfolg bei der Tour warten.

Nach 180,4 Kilometern von Périgueux nach Bergerac belegte Philipsen im Massensprint nur Rang vier. Im Vorjahr hatte ihn ein schwerer Sturz bereits zur Aufgabe gezwungen.

Ackermann bester Deutscher

Philipsen, der insgesamt bereits zehn Tour-Etappen gewonnen hat, war zuvor auf den Etappen fünf und sieben jeweils Fünfter geworden. Vor allem nach dem Sprint in Bordeaux hatte er seinen Frust deutlich gezeigt und seinen Helm wütend weggeworfen.

Damals sagte er: „Ich kann mir nichts vorwerfen. Mehr als das, was ich leisten kann, geht nicht. Es ist unangenehm, nicht auf dem gewohnten Niveau zu sein.“

In Bergerac fuhr Biniam Girmay aus Eritrea auf Platz zwei, der Niederländer Olav Kooij wurde Dritter. Aus deutscher Sicht war Pascal Ackermann als Siebter der Beste, Max Kanter kam auf Rang neun.

Tour de France - 8. Etappe
Tim Merlier hat die 8. Etappe der Tour de France im Sprint gewonnen. Quelle: Mosa'ab Elshamy/AP/dpa

Ackermann zeigte sich mit seiner Form zufrieden, ärgerte sich aber über das Finale: „Die Beine waren extrem gut. Ich wollte weiter vorne bleiben, das ist mir auch gelungen. Nur in der letzten Kurve habe ich die Position verloren – darüber ärgere ich mich.“

Gesamtwertung unverändert

An der Spitze der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen. Tadej Pogacar führt weiterhin mit 2:42 Minuten Vorsprung auf seinen dänischen Rivalen Jonas Vingegaard. Pogacars Teamkollege Isaac del Toro aus Mexiko liegt 3:27 Minuten zurück. Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz ist Siebter, vier Minuten hinter dem Slowenen.

Gute Erinnerungen an Bergerac

Bergerac ist aus deutscher Sicht ein Ort mit positiver Vergangenheit: 2017 gewann Marcel Kittel dort eine vergleichbare Sprintetappe.

Max Kanter hatte vor dem Start erklärt, es wäre schön, wenn sich die Liste deutscher Tour-Etappensieger erweitern ließe. Der 27-Jährige hatte sich mit einem zweiten und einem vierten Platz auf den vorherigen Etappen bereits in starker Verfassung präsentiert. Seit 2024 fährt er für das Team um den früheren Profi Alexander Winokurow aus Kasachstan.

Diskussion beim Zwischensprint

Auch im Kampf um den Zwischensprint spielte Kanter eine Rolle. Dabei kam es kurz zu einer Berührung mit Mads Pedersen, dem aktuellen Spitzenreiter in der Punktewertung. Pedersen störte sich an Kanters Positionierung. Kanter überquerte die Linie des Zwischensprints als Fünfter, noch vor Pedersen auf Platz sechs.

Erneut litt das Feld unter großer Hitze. Drei Ausreißer setzten sich zunächst ab und hielten sich länger an der Spitze als erwartet.

Besonders Liam Slock aus Belgien stemmte sich lange gegen das heranrasende Feld. Zehn Kilometer vor dem Ziel lag er noch mit etwas mehr als einer Minute vorne. Wenige Kilometer später war sein Vorstoß jedoch beendet, sodass alles auf einen klassischen Massensprint hinauslief.

Neunte Etappe wegen Hitzewelle verkürzt

Auch die neunte Etappe am Sonntag wird von den extremen Temperaturen beeinflusst. Wegen der Hitzewelle in Frankreich kürzten die Veranstalter den letzten Abschnitt vor dem Ruhetag. Für das Département Corrèze, durch das das Rennen führt, wurde die rote Hitzewarnstufe ausgerufen.

Statt der ursprünglich geplanten 185,5 Kilometer wird die Etappe durch das Zentralmassiv nun nur noch 155,5 Kilometer lang sein. Damit erlebt die Tour eine Premiere: Zwar wurden in der langen Geschichte des Rennens schon mehrfach Etappen verkürzt, aber noch nie ausdrücklich wegen großer Hitze.

Auf dem anspruchsvollen Terrain durch das Zentralmassiv dürften vor allem Fahrer mit Qualitäten für schwere Klassiker gute Chancen haben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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