Philologenverband verlangt rasches Verbot von Smart Glasses an Schulen
Der Bayerische Philologenverband spricht sich für ein sofortiges Verbot von Brillen mit Kamera- und KI-Funktionen im Schulalltag aus. Solche Smart Glasses müssten aus Sicht des Verbands aus Gründen des Schutzes und der Chancengleichheit grundsätzlich untersagt werden – und zwar umgehend, bevor sich das Problem weiter ausbreite. Der Vorsitzende Michael Schwägerl forderte deshalb klare vorbeugende Maßnahmen. Andernfalls sei es nur eine Frage der Zeit, bis intelligente Brillen den Schulbetrieb regelmäßig belasteten.
Schwägerl verwies darauf, dass heimliche Aufnahmen zwar kein neues Problem seien, die technische Entwicklung dem Ganzen aber eine neue Qualität verliehen habe. Zwar verfügten die Geräte über kleine Leuchtanzeigen während einer Aufnahme, diese könnten jedoch leicht verdeckt oder sogar entfernt werden. Allein die Möglichkeit, jederzeit unbemerkt gefilmt zu werden, führe bei Lehrkräften und Schülern zu erheblicher Verunsicherung. Das wirke sich negativ auf den Unterricht und das Miteinander an Schulen aus.
Nach Darstellung des Verbands könnten sich Schülerinnen und Schüler aus Angst vor Aufnahmen und möglicher Bloßstellung weniger häufig melden oder Fragen stellen. Schule müsse jedoch ein geschützter Ort bleiben, an dem gemeinsames Lernen in Vertrauen möglich sei und Fehler zum Lernprozess gehörten, betonte Schwägerl. Auch Lehrkräfte würden ihr Verhalten im Unterricht unter solchen Bedingungen verändern. Hinzu komme, dass die Brillen ihrem Träger per KI zusätzliche Informationen liefern könnten. Dadurch seien nicht nur Persönlichkeitsrechte gefährdet, sondern auch faire Leistungsbewertungen schwerer sicherzustellen.
In Bayern gilt bereits ein generelles Verbot der privaten Nutzung digitaler Geräte bis einschließlich Jahrgangsstufe sieben. Für ältere Schülerinnen und Schüler dürfen die Schulen eigene Regelungen festlegen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber