Politik

Paukenschlag: Venezuela liefert Maduros Mann aus

Maduros enger Vertrauter fällt an die USA: Alex Saab wird erneut ausgeliefert und könnte jetzt brisante Geheimnisse auspacken.

17.05.2026, 02:46 Uhr

Venezuela liefert Maduro-Vertrauten an die USA aus

Die Regierung der venezolanischen Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat einen engen Verbündeten des gestürzten Präsidenten Nicolás Maduro an die Vereinigten Staaten überstellt. Nach Angaben der dem Justizministerium unterstehenden Migrationsbehörde wirft die US-Justiz dem Unternehmer Alex Saab eine Reihe von Straftaten vor.

Für den kolumbianischen Geschäftsmann ist es nicht das erste Mal, dass er in die Hände der US-Behörden gerät. Saab, der unter Maduro in Caracas zeitweise auch ein Ministeramt innehatte, war bereits 2020 auf den Kapverden festgenommen worden, nachdem sein Privatflugzeug auf dem Weg in den Iran zum Tanken gelandet war. Ein Jahr später erfolgte seine Auslieferung in die USA. Dort wurde unter anderem wegen mutmaßlicher Geldwäsche in dreistelliger Millionenhöhe gegen ihn ermittelt. 2023 kam Saab jedoch wieder frei, nachdem die Regierung von US-Präsident Joe Biden ihn im Austausch gegen mehrere in Venezuela inhaftierte US-Bürger entlassen hatte. Damals betonte Washington, Biden habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht.

US-Ermittler hoffen nun offenbar darauf, dass Saab über mögliche illegale Geschäfte Maduros und weiterer hochrangiger Vertreter des venezolanischen Machtapparats Auskunft geben kann. Denkbar ist auch, dass solche Informationen unmittelbar in einem Verfahren gegen den abgesetzten früheren Staatschef genutzt werden.

Anfang des Jahres war das US-Militär in Venezuela eingerückt und hatte Maduro festgenommen. Gegen ihn soll in New York wegen einer mutmaßlichen Verstrickung in Drogengeschäfte verhandelt werden. In Caracas übernahm daraufhin die damalige Vizepräsidentin Rodríguez die Amtsgeschäfte und zeigt sich seitdem gegenüber Washington ungewöhnlich kooperationsbereit.

Kundgebung für Maduro-Vertrauten in Venezuela
Nach seiner ersten Festnahme hatte es in Venezuela Proteste für Saabs Freilassung gegeben. (Archivbild) Quelle: Jesus Vargas/dpa

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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