Politik

Papst drängt: Große Debatte über KI

Papst Leo XIV. spricht im Flieger offen über KI: Warum er trotz aller Warnungen ruhig schläft – und dann noch nachlegt.

28.09.2026, 22:14 Uhr

Papst Leo XIV. dringt auf Gespräche über Risiken von KI

Papst Leo XIV. hat angesichts wachsender Sorgen rund um Künstliche Intelligenz einen umfassenden Austausch mit Technologieunternehmen, Regierungen und gesellschaftlichen Akteuren gefordert. Auf dem Rückflug von seiner Frankreich-Reise nach Rom sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche, die Warnungen vieler Fachleute aus dem KI-Bereich dürften nicht ignoriert werden. Es handle sich um ein Thema, über das man gemeinsam beraten müsse.

Bereits im Frühjahr hatte Leo XIV. eine Enzyklika veröffentlicht, in der er sich mit den Möglichkeiten, aber auch den Gefahren von KI befasst. Das kirchliche Lehrschreiben fand international große Beachtung. Auf die Frage, ob er Befürchtungen teile, wonach KI eines Tages die Menschheit bedrohen könnte, antwortete der Papst gelassen: In Panik sei er nicht, und er könne nachts ruhig schlafen.

Kritik an Trumps Haltung

Zugleich widersprach er Stimmen, die entsprechende Warnungen als bloße Erfindung abtun. Damit setzte er indirekt auch einen Seitenhieb gegen US-Präsident Donald Trump, der ähnliche Mahnungen, auch aus der Tech-Branche, als „Hoax“ bezeichnet hatte. Leo XIV. betonte, er halte diese Bedenken nicht für „Fake News“, wie manche aus eigennützigen Motiven behaupteten. Die Augen vor möglichen Gefahren zu verschließen und einfach darauf zu vertrauen, dass schon nichts passieren werde, sei kaum ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema.

Der Papst verwies zudem darauf, dass der Vatikan bereits eine eigene Kommission zu Künstlicher Intelligenz eingesetzt habe. Deren Aufgabe sei es, Wege aufzuzeigen, damit KI nicht an einen Punkt gelange, an dem sie der Menschheit schade oder sie verdränge. Insgesamt zeigte sich Leo XIV. vorsichtig zuversichtlich, dass ein ernsthafter Dialog darüber möglich sei. Es gebe genug Menschen, die das Thema wirklich ernst nähmen und bereit seien, sich damit auseinanderzusetzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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