Politik

Neue Huthi-Angriffe? Alarm in Saudi-Arabien und Jemen

Neue Eskalation? Huthi melden Angriffe auf saudische Raffinerie und Jemen-Hafen – Berichte über Schäden und Opfer.

09.08.2026, 14:15 Uhr

Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen verschärfen sich weiter. Nach Angaben der Miliz wurde eine Raffinerie des saudischen Staatskonzerns Aramco in der südwestlichen Region Dschasan attackiert.

Ein Militärsprecher der Huthi sprach von einem „präzisen Treffer“ durch einen Drohnenangriff. Als Begründung nannte die Miliz angebliche saudische Drohneneinsätze im jemenitischen Luftraum.

Das saudische Energieministerium bestätigte unterdessen ein Feuer an einer Aramco-Anlage in Dschasan. Der Brand sei von Einsatzkräften gelöscht worden, Verletzte habe es nicht gegeben. Angaben zur Ursache machte das Ministerium nicht.

Mindestens sieben Tote bei Angriff auf Hafenregion im Jemen

Zudem meldeten die Huthi im Westen des Jemen eine großangelegte Militäroperation. Nach ihren Angaben kamen dabei zahlreiche Raketen und Drohnen gegen Truppenansammlungen und Waffenlager in der von der Regierung kontrollierten Region Mocha zum Einsatz. Die Miliz erklärte, Ausrüstung und Waffen seien zerstört worden, zudem habe es Dutzende Tote und Verletzte gegeben.

Aus Kreisen der jemenitischen Regierung hieß es, bei dem Angriff auf einen Hafen nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab seien mindestens sieben Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Unter den Toten seien demnach drei Zivilisten und vier Militärangehörige.

Ein Mitarbeiter des jemenitischen Informationsministeriums bestätigte den Angriff der dpa und berichtete von Sachschäden an Hafenanlagen. Zuvor hatten bereits Medien darüber berichtet. Der regierungsnahe Sender Saba TV meldete außerdem, Regierungstruppen hätten ein mit Sprengstoff beladenes Boot der Huthi zurückgedrängt, das den Hafen von Mocha angreifen sollte.

Fronten im Konflikt verhärten sich erneut

Saudi-Arabien unterstützt seit Jahren gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen den Kampf gegen die Huthi-Miliz. Die islamistische Gruppierung hatte 2014 weite Teile des Landes eingenommen und den ohnehin armen Staat auf der Arabischen Halbinsel in einen Bürgerkrieg gestürzt. Zwar gilt seit 2022 eine Waffenruhe, kleinere Gefechte halten jedoch weiter an.

Im Zuge des Kriegs mit Iran hat sich auch der Konflikt zwischen Riad und den Huthi erneut zugespitzt. Vor einigen Wochen eskalierte die Lage wieder durch Luftangriffe auf die von den Rebellen kontrollierte Hauptstadt Sanaa. Zuletzt hatten die Huthi mehrere saudische Schiffe attackiert oder sie zum Kurswechsel gezwungen.

In der Nacht zum Freitag griff die Miliz außerdem Ziele auf saudischem Staatsgebiet an; dabei wurden mindestens elf Menschen verletzt. Bei weiteren Huthi-Angriffen in der jemenitischen Provinz Marib kamen nach Regierungsangaben mindestens zwei Zivilisten ums Leben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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