Nordkorea weist Vorwürfe nach Minenexplosion zurück
Nordkorea hat die Darstellung aus Seoul zu einer Explosion im Grenzgebiet, bei der drei südkoreanische Soldaten verletzt wurden, entschieden bestritten und im Fall einer Zuspitzung mit Gegenschlägen gedroht. Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, bezeichnete die südkoreanische Militärführung als „Militärgangster“ und sprach von einer „inszenierten Verschwörungsfarce“.
Hintergrund ist eine Einschätzung des südkoreanischen Generalstabs zu einer Detonation vom 21. September im südlichen Abschnitt der innerkoreanischen Grenze. Nach Angaben des Militärs wurde die Explosion mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine von Nordkorea stammende Landmine ausgelöst. Dabei erlitten zwei Soldaten schwere Verletzungen, ein dritter wurde leicht verletzt.
Auch Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin Chul erklärte am Montag, alles deute darauf hin, dass die Mine von Nordkorea verlegt worden sei. Es sei äußerst unwahrscheinlich, dass starke Regenfälle den Sprengkörper an den Ort der Explosion gespült hätten. Sollten die Minen tatsächlich südlich der militärischen Demarkationslinie gelegt worden sein, wäre dies nach seinen Worten ein klarer Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen.
Pjöngjang droht mit harter Reaktion
In einer über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung wies Kim Yo Jong außerdem zurück, dass nordkoreanische Soldaten die Grenze überschritten hätten. Zugleich warnte sie, Nordkorea werde „sofort und erbarmungslos“ zurückschlagen, falls das südkoreanische Militär auf nordkoreanische Soldaten schießen sollte.

Seit 2024 hat Pjöngjang die Sicherung seiner Grenze deutlich ausgebaut. Nach Darstellung des südkoreanischen Militärs wurden unter anderem zusätzliche Landminen verlegt, Stacheldrahtanlagen verstärkt und Panzerabwehrhindernisse errichtet.
Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Ende des Koreakriegs von 1950 bis 1953 formell weiterhin im Kriegszustand, weil bis heute kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich in den vergangenen Jahren erneut spürbar verschärft.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber