Merkel wirbt für Zusammenhalt und Menschlichkeit
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu mehr Solidarität und Mitgefühl in der Gesellschaft aufgerufen. Bei der Verleihung des Elisabeth-Preises der Caritas in Augsburg hob sie mit Blick auf Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz hervor, dass menschliche Nähe unersetzlich bleibe. Es brauche weiterhin Menschen, die Gefühle und Empathie zeigten und nicht allein nach der effizientesten, sondern nach der besten Lösung für den jeweiligen Menschen suchten.
Merkel wurde mit dem Ehrenpreis des katholischen Wohlfahrtsverbandes ausgezeichnet. Gewürdigt wurde damit ihr Einsatz für Verantwortung, Solidarität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg, Markus Müller, erklärte, gerade in einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Spannungen wolle man eine Haltung ehren, die verbinde statt zu trennen.
In ihrer Rede warb Merkel nachdrücklich dafür, Kompromisse zu suchen, unterschiedliche Positionen auszuhalten und die Interessen aller mitzudenken. Wer auf einfache Antworten hoffe, solle sich bewusst machen, dass diese der Vielfalt der Menschen kaum gerecht würden. Wenn nur wenige bestimmten, was richtig sei, bliebe für alle anderen kaum noch Raum zur Mitbestimmung, mahnte sie.
Für einen heiteren Moment sorgte die Altkanzlerin mit ihrer Reaktion auf die Laudatio der Kabarettistin Sarah Bosetti. Diese hatte nach Spitzen gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scherzhaft vorgeschlagen, Merkel solle bei der nächsten Bundestagswahl erneut als Spitzenkandidatin antreten. Merkel konterte trocken, selbst Satirikerinnen und Satiriker könnten ihre Wünsche nicht immer Wirklichkeit werden lassen. Angesichts vieler Falschmeldungen stellte sie zudem klar, dass eine weitere Kandidatur ausgeschlossen sei.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber