Politik

Mega-Razzia gegen Nazi-Musik: 33.000 Tonträger entdeckt

Razzia gegen Nazi-Musik in mehreren Ländern: Jetzt nennt das LKA erste brisante Zahlen zu den Durchsuchungen.

02.10.2026, 10:54 Uhr

Große Razzia gegen rechtsextreme Musikszene: 33.000 Tonträger sichergestellt

Bei einer bundesländerübergreifenden Großrazzia gegen den Vertrieb von Nazi-Musik haben Ermittler rund 33.000 Tonträger entdeckt. Nach Angaben des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern handelte es sich dabei um CDs, Schallplatten und Kassetten. Allein bei den vier Hauptverdächtigen wurden demnach mehr als 20.000 dieser Datenträger gefunden.

Darüber hinaus stellten die Beamten etwa 130 weitere Speichermedien sicher, darunter Festplatten, Mobiltelefone und USB-Sticks. Zudem wurden Vermögenswerte von insgesamt rund zwei Millionen Euro beschlagnahmt. Von diesem Betrag führten die vier Hauptbeschuldigten etwa 11.000 Euro in bar mit sich.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand Musik, die laut Behörden nationalsozialistische, antisemitische, rassistische und menschenverachtende Inhalte verbreitet.

Die vier Hauptverdächtigen im Alter von 55, 52, 48 und 43 Jahren sollen sich spätestens im Jahr 2020 dauerhaft zusammengeschlossen haben, um entsprechende CDs und Schallplatten herzustellen und zu vertreiben. Gegen sie steht der Verdacht im Raum, Mitglieder einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung zu sein.

Durchsuchungen auch im europäischen Ausland

Ermittlungen und Durchsuchungen fanden außerdem in Estland, Italien, Polen und Tschechien statt. Dort sollen die Tonträger mutmaßlich produziert worden sein. Nach Behördenangaben wurden an den ausländischen Standorten ausschließlich Firmen durchsucht, die nach bisherigem Kenntnisstand nicht wussten, welche Inhalte sie herstellten.

Razzia gegen mutmaßliche Rechtsextreme
Durchsuchungen gab es nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern. Auch andere Bundesländer sowie das europäische Ausland waren betroffen. Quelle: Jens Büttner/dpa

Auch in Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen gab es Durchsuchungen. Diese Maßnahmen richteten sich gegen acht weitere Beschuldigte. Ihnen werden Volksverhetzungsdelikte im Zusammenhang mit den sichergestellten Tonträgern vorgeworfen.

Festnahmen gab es bislang nicht. Die Durchsuchungen dienten laut LKA dazu, bestehende Verdachtsmomente weiter aufzuklären. Im Einsatz waren unter Leitung des LKA Mecklenburg-Vorpommern mehr als 390 Polizeikräfte aus mehreren Bundesländern, vom Bund sowie aus europäischen Nachbarstaaten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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