Politik

Lang warnt: «Schnapsidee» bei Krankschreibung

Krankschreibung bald viel schwerer? Ricarda Lang schießt scharf gegen die Pläne der Regierung – und warnt vor einer „Schnapsidee“.

09.07.2026, 01:00 Uhr

Ricarda Lang kritisiert geplante Verschärfung bei Krankschreibungen

Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang hat die schwarz-rote Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, die angekündigten strengeren Vorgaben für Krankmeldungen im Arbeitsleben umzusetzen. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte die frühere Grünen-Vorsitzende, eine solche Entscheidung dürfe nicht als Ablenkungsmanöver dienen, wenn der Regierung bei den eigentlichen wirtschaftlichen Herausforderungen die Antworten fehlten.

Lang erklärte, sie kenne aus politischen Verhandlungen die Situation, dass man bei vielen parallelen Vorhaben leicht den Blick für die Folgen verliere. Wenn jedoch Fachleute und Betroffene aus dem Alltag klar machten, dass die Maßnahmen eher zu mehr statt zu weniger Krankheitstagen führten, dürften parteipolitische Erwägungen nicht dazu führen, eine solche aus ihrer Sicht unsinnige Idee dennoch durch den Bundestag zu bringen.

Die Koalition aus Union und SPD hatte vor wenigen Tagen angekündigt, Beschäftigte künftig bereits am ersten Krankheitstag zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verpflichten zu wollen. Außerdem soll die telefonische Krankschreibung wegfallen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete das Vorhaben mit dem Ziel, den Krankenstand zu senken. Allerdings stößt der Plan auch innerhalb der Regierungsparteien auf Widerspruch.

Kritik mit Blick auf Patienten und Arztpraxen

Nach Ansicht von Lang wäre ein Verzicht auf die Pläne sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für die Ärzteschaft die bessere Lösung. Erkrankte Menschen müssten sich dann nicht zusätzlich belastet in volle Praxen schleppen, während überlastete Hausärzte entlastet würden.

Mit Blick auf Merz sagte Lang, sie würde ihm empfehlen, einmal zehn Minuten mit einem Hausarzt zu sprechen — am besten mit einem Mediziner, der nicht nur Privatpatienten behandle. Ein solches Gespräch könne aus ihrer Sicht sehr aufschlussreich sein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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