Der TSV 1860 München startet nach turbulenten Wochen in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Viele zentrale Fragen zur Zukunft des Traditionsvereins sind weiter offen, doch nach dem Abstieg in die Regionalliga Bayern muss der Fokus nun auch wieder auf dem Platz liegen.
Auftakt mit gemischtem Kader
Trainer Alper Kayabunar, der in der vergangenen Saison in der 3. Liga bereits zweimal als Interimstrainer eingesprungen war, bittet am Montag um 15.00 Uhr zur ersten Einheit. Nach Angaben des Clubs wird zunächst eine gemischte Gruppe auf dem Trainingsplatz stehen. Dazu gehören Spieler aus dem U21-Aufgebot für die Saison 2026/2027 sowie Profis, die auch für die Regionalliga Bayern einen gültigen Vertrag besitzen.
Große Unsicherheit im Verein
Die Lage ist nicht nur für Trainer und Mannschaft schwierig, sondern vor allem für die Führung des Vereins. Die Zukunft von 1860 bleibt unklar. Seit Wochen wird über eine mögliche Insolvenz spekuliert. Zudem sind rechtliche Streitpunkte zwischen Investor Hasan Ismaik und dem Club weiterhin nicht geklärt.
Gremien werben für Zusammenhalt
Präsidium und Verwaltungsrat hatten zuletzt versucht, Zuversicht zu verbreiten. In einem gemeinsamen Appell riefen sie dazu auf, geschlossen aufzutreten, sich gegenseitig zu unterstützen und den Blick nach vorne zu richten. Nur so könne der Neustart gelingen.
Mitgliederversammlung mit Sprengkraft
Für zusätzliche Brisanz sorgt die jüngste Entscheidung des Stammvereins, den vor 15 Jahren abgeschlossenen Kooperationsvertrag mit Investor Ismaik zu kündigen. Da das Spielrecht beim Stammverein liegt, sieht der Club damit den Weg für einen Neuanfang in der Regionalliga Bayern als frei an. Ismaik kündigte jedoch an, die Kündigung rechtlich prüfen zu lassen. Entsprechend spannend dürfte die Mitgliederversammlung am Sonntag werden.

Noch offene Fragen beim Personal
Kayabunar und sein Team müssen sich trotz aller Unruhe auf die sportlichen Aufgaben konzentrieren. Welche Spieler zum Trainingsauftakt tatsächlich dabei sein werden, wollte der Verein zunächst nicht im Detail nennen. Eine Kaderliste soll am Montag veröffentlicht werden. Profis ohne gültigen Regionalliga-Vertrag befinden sich nach Clubangaben weiterhin im Urlaub.
Sponsor ausgestiegen
Auch wirtschaftlich steht der Verein unter Druck. Bis Ende Juni wird die Mannschaft noch in der Trainingskleidung der vergangenen Profisaison arbeiten. Der Hauptsponsor hat von einem vertraglich zugesicherten Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht. Damit fällt dem Club vorerst eine wichtige Einnahmequelle weg.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion