Israel

Netanjahu: Israel knapp vor atomarer Auslöschung bewahrt

Deal mit Iran: In Israel hagelt es Kritik am US-Abkommen – doch Netanjahu spricht überraschend von großen Kriegs-Erfolgen.

15.06.2026, 20:52 Uhr

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat erklärt, die militärischen Angriffe auf den Iran hätten eine aus seiner Sicht unmittelbar bevorstehende atomare Bewaffnung Teherans verhindert. Nach seinen Worten sei Israel damit vor einer existenziellen nuklearen Bedrohung bewahrt worden. Der Iran habe sich bereits vor dem Krieg im Juni des vergangenen Jahres mit hoher Geschwindigkeit in Richtung einer atomaren Aufrüstung bewegt.

Netanjahu sagte weiter, ohne die umfangreichen Angriffe Israels zusammen mit den USA würde der Iran inzwischen über Atombomben verfügen. In diesem Fall wären Millionen Israelis nach seiner Darstellung in akuter Lebensgefahr gewesen. Die Gefahr sei nun um mehrere Jahre zurückgedrängt worden. Teheran weist jedoch seit langem zurück, nach Atomwaffen zu streben, und betont, das eigene Nuklearprogramm diene ausschließlich friedlichen, zivilen Zwecken.

Der israelische Regierungschef unterstrich erneut, dass er ein iranisches Atomwaffenprogramm unter keinen Umständen akzeptieren werde. Ob mit einem Abkommen oder ohne eines: Der Iran werde keine Nuklearwaffen besitzen, sagte er. Solange er Ministerpräsident sei, werde das nicht zugelassen. Zugleich erklärte Netanjahu, der Kampf gegen den Iran und dessen Verbündete in der Region sei noch nicht beendet. Die israelischen Streitkräfte würden in sogenannten Sicherheitszonen im Gazastreifen, im Südlibanon und in Syrien so lange präsent bleiben, wie es aus seiner Sicht erforderlich sei.

Netanjahu und Trump nicht in allen Fragen auf einer Linie

Zu Berichten über Spannungen mit US-Präsident Donald Trump sagte Netanjahu, dass es zwischen beiden nicht immer vollständige Übereinstimmung gebe. Er sei in erster Linie den Sicherheitsinteressen Israels verpflichtet, erklärte er.

Nach wochenlangen Gesprächen hatten sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges verständigt. Die Unterzeichnung ist für Freitag in der Schweiz vorgesehen. Geplant sind demnach unter anderem eine Verlängerung der Waffenruhe sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Viele Einzelheiten der Vereinbarung, die laut US-Vizepräsident JD Vance bereits digital unterzeichnet worden ist, sind bislang jedoch nicht bekannt. Netanjahu sagte dazu, man wisse noch nicht, wie das Abkommen am Ende konkret aussehen werde.

In Israel stieß die Einigung vor allem bei der Opposition auf scharfe Kritik. Dort wurde sie als Fehlschlag und als Nachgeben gegenüber dem Iran bewertet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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