Fliegerbombe in Nürnberg am Abend entschärft – 1.500 Menschen konnten zurück in ihre Wohnungen
Nach dem erneuten Fund einer Fliegerbombe in Nürnberg ist der Sprengkörper am Abend erfolgreich unschädlich gemacht worden. Zuvor hatten die Einsatzkräfte rund 1.500 Anwohnerinnen und Anwohner aus dem betroffenen Gebiet evakuiert. Nach Abschluss der Arbeiten konnten alle Betroffenen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.
Die 225 Kilogramm schwere Bombe war am Morgen bei Bauarbeiten in etwa drei Metern Tiefe entdeckt worden. Der Fundort lag südöstlich des Südfriedhofs im Bereich zwischen Trierer Straße, Rangierbahnhof und Schnorrstraße. Nach Angaben der Stadt wurde ein Erdwall errichtet, sodass der Evakuierungsradius auf 500 Meter begrenzt werden konnte.
Für betroffene Menschen wurde in der Mensa der Bertolt-Brecht-Schule eine Betreuungsstelle eingerichtet. Vor Ort waren nach Angaben der Stadt rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen im Einsatz.
Auch der Nahverkehr war von der Entschärfung betroffen. Die Straßenbahnlinie 5 fuhr zeitweise nicht wie gewohnt, außerdem gab es Einschränkungen bei der Buslinie 68.
Erst am 22. Oktober war in derselben Gegend bereits eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und entschärft worden. In Nürnberg werden immer wieder Blindgänger aus der Kriegszeit gefunden.
Die Stadt wurde in den letzten Kriegswochen 1945 besonders schwer getroffen. Brandbomben der Alliierten trafen auf die stark von Holz geprägte Altstadt, wodurch mehr als die Hälfte Nürnbergs zerstört wurde. Beim schwersten Angriff am 2. Januar 1945 kamen etwa 1.800 Menschen ums Leben, insgesamt starben bei den Bombenangriffen mehr als 5.500 Menschen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber