Vier Tage nach dem unerwarteten Tod von Hayden Panettiere hat sich Brian Hickerson, der zeitweise mit der US-Schauspielerin zusammen war, erstmals indirekt geäußert. In einer Stellungnahme seines Anwalts Sloan Ellis, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, der Todesfall werde weiterhin untersucht. Es sei wichtig, den laufenden Ermittlungen Raum zu geben. Zugleich verweist der Anwalt darauf, dass die Polizei nach bisherigem Stand keine Hinweise auf ein Verbrechen festgestellt habe. Weitere Erklärungen werde Hickerson vorerst nicht abgeben – aus Rücksicht auf Panettieres Familie und wegen der noch andauernden Untersuchungen.
Panettiere, die durch Serien wie Heroes und Nashville sowie durch die Scream-Filme bekannt wurde, war am Sonntag im Alter von 36 Jahren in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina gestorben.
Persönlich hat sich Hickerson bislang nicht zum Tod der Schauspielerin geäußert. Auch aus der Mitteilung seines Anwalts ergeben sich keine zusätzlichen Informationen zu den Umständen des Tages. Laut Polizeibericht war es Hickerson, der die Behörden verständigte. Demnach befand sich auch sein Bruder Zach in der Wohnung. Außerdem soll Hickerson den Einsatzkräften einen Beutel mit Medikamenten gezeigt haben, die Panettiere zuletzt eingenommen hatte. Die ersten Ermittlungen ergaben nach Angaben der Polizei weder Anzeichen für ein Verbrechen noch verdächtige Umstände.
Schwierige gemeinsame Vergangenheit
In der Vergangenheit hatte Panettiere Hickerson öffentlich missbräuchliches Verhalten vorgeworfen. Medienberichten zufolge sollen die beiden zuletzt jedoch zeitweise wieder ein Paar gewesen sein.
Aus ihrer früheren Beziehung mit Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko stammt eine 2014 geborene Tochter. Das Kind lebt seit mehreren Jahren bei seinem Vater in Europa.
Panettiere stand bereits als Kind vor der Kamera. Im Mai veröffentlichte sie eine Biografie, in der sie offen über Alkoholprobleme, Wochenbettdepressionen und familiäre Belastungen sprach.
Auch im Podcast On Purpose berichtete sie im Mai ausführlich über persönliche Traumata. Dabei erhob sie unter anderem Vorwürfe gegen die Kosmetikmarke Neutrogena, für die sie bis 2015 rund zehn Jahre lang geworben hatte. Nach ihren Angaben sei ihr Vertrag nicht verlängert worden, nachdem sie öffentlich über ihre Wochenbettdepression gesprochen hatte. Das habe sie schwer getroffen.
Nach ihrem Tod wurden in sozialen Medien vermehrt kritische Stimmen gegen Neutrogena laut, teils verbunden mit Boykottaufrufen. Am Donnerstag reagierte das Unternehmen erstmals mit einer Stellungnahme. Darin bezeichnete Neutrogena Panettiere als über viele Jahre hinweg „geschätztes Mitglied“ der Gemeinschaft und erklärte, man sei stolz auf die Zusammenarbeit gewesen. Zugleich räumte die Firma ein, die Schauspielerin in einer schwierigen Lebensphase nicht ausreichend unterstützt zu haben. Nun wolle man mit einer größeren Investition über eine Gesundheitsorganisation Hilfe leisten, unter anderem für Frauen mit Wochenbettdepressionen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber