Politik

Einbürgerungen auf Rekordhoch – warum jetzt?

So viele wie nie: 2025 wurden in Deutschland mehr Menschen eingebürgert als je zuvor – bereits der fünfte Anstieg in Folge.

03.06.2026, 09:49 Uhr

Einbürgerungen in Deutschland auf Rekordniveau gestiegen

In Deutschland haben im vergangenen Jahr so viele Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten wie noch nie seit Beginn der Statistik. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 332.500 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit stieg die Zahl der Einbürgerungen bereits das fünfte Jahr in Folge. Zugleich wurde erstmals seit Einführung der Statistik im Jahr 2000 die Marke von 300.000 Einbürgerungen innerhalb eines Jahres überschritten.

Syrerinnen und Syrer bleiben größte Gruppe

Die größte Gruppe unter den Eingebürgerten stellten Menschen aus Syrien. Rund 65.600 Syrerinnen und Syrer erhielten die deutsche Staatsangehörigkeit, das entsprach 20 Prozent aller Fälle. Im Vergleich zu 2024 ging ihre Zahl allerdings um 21 Prozent zurück.

Mit deutlichem Abstand folgten türkische Staatsangehörige mit einem Anteil von zehn Prozent sowie russische Staatsangehörige mit sechs Prozent. In beiden Gruppen nahm die Zahl der Einbürgerungen gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte zu.

Besonders stark fiel der Zuwachs auch bei mehreren anderen Herkunftsländern aus: Bei Menschen aus Bosnien und Herzegowina stieg die Zahl der Einbürgerungen um 126 Prozent auf 8.800. Bei US-Amerikanerinnen und US-Amerikanern verdoppelte sie sich auf 6.600, bei Albanerinnen und Albanern legte sie um 97 Prozent auf 6.100 zu.

Im Schnitt 12,4 Jahre bis zur Einbürgerung

Im Durchschnitt lebten die Eingebürgerten zum Zeitpunkt des Verfahrens seit 12,4 Jahren in Deutschland. Bei syrischen Staatsangehörigen lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 7,9 Jahren. Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit waren im Mittel bereits 24,1 Jahre im Land, bevor sie eingebürgert wurden.

Für das Jahr 2025 wurden den vorläufigen Ergebnissen zufolge insgesamt 467.400 Einbürgerungsanträge erfasst. Von 371.100 erledigten Verfahren endeten rund 90 Prozent mit einer Einbürgerung. In drei Prozent der Fälle wurden die Anträge abgelehnt. Die übrigen Verfahren wurden etwa durch Rücknahme des Antrags oder durch Wegzug ins Ausland beendet.

Debatte über das Staatsangehörigkeitsrecht

Die grundlegende Entwicklung bei den Einbürgerungszahlen war bereits Ende Mai bekanntgeworden. Danach forderte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, schärfere Regeln. Aus der SPD kamen dagegen positive Reaktionen. Dort wurde der Anstieg als Signal gewertet, dass mehr Menschen Deutsche werden, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.

Die damalige Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte das Staatsangehörigkeitsrecht reformiert. Die Neuregelung trat Ende Juni 2024 in Kraft. Seitdem kann die bisherige Staatsangehörigkeit bei einer Einbürgerung grundsätzlich behalten werden. Außerdem wurde die erforderliche Aufenthaltsdauer in Deutschland von acht auf fünf Jahre verkürzt. Besonders gut integrierte Ausländerinnen und Ausländer konnten zeitweise schon nach drei Jahren eingebürgert werden. Diese sogenannte Turbo-Einbürgerung wurde von der schwarz-roten Bundesregierung im vergangenen Jahr wieder abgeschafft.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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