Politik

Erst 15: Anschlag auf Synagoge geplant?

Explosion, Verletzte, U-Haft: Wollte der 15-Jährige wirklich einen Anschlag? Sein Anwalt stellt die brisante These infrage.

03.06.2026, 11:58 Uhr

Ermittlungen gegen 15-Jährigen wegen Terrorverdachts

Gegen einen 15 Jahre alten Jugendlichen wird wegen des Verdachts auf Terrorvorbereitung ermittelt. Nach Angaben der Münchner Generalstaatsanwaltschaft soll er eine größere Menge pyrotechnischer Materialien gelagert haben, um damit einen Anschlag zu verüben, wobei insbesondere eine Synagoge als mögliches Ziel genannt wird. Zudem soll er bereits einen selbst gebauten Sprengsatz gezündet haben.

Über den Fall hatte zunächst die Augsburger Allgemeine berichtet. Der Jugendliche befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen den Behörden zufolge schon seit Herbst vergangenen Jahres. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung. Sein Verteidiger weist den Vorwurf zurück, es habe konkrete Anschlagspläne gegeben.

Explosion soll Verdächtigen und weiteren Jugendlichen verletzt haben

Laut Staatsanwaltschaft soll der 15-Jährige Sympathien für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ gezeigt haben. Oberstaatsanwalt Sebastian Murer erklärte, der Jugendliche habe Ende Oktober 2025 mit einem selbst gefertigten Sprengkörper eine Explosion ausgelöst, bei der er selbst und eine weitere Person verletzt worden seien.

Wie die Augsburger Allgemeine weiter berichtet, soll sich der Teenager aus dem Landkreis Augsburg bei dem Vorfall mit einer etwa tennisballgroßen Kugelbombe zwei Finger abgesprengt haben. Ein Freund sei dabei leicht verletzt worden. Bei späteren Durchsuchungen habe die Polizei demnach in einer Garage rund drei Kilogramm Böller gefunden. Im Zimmer des Jugendlichen sowie auf sichergestellten elektronischen Geräten seien außerdem weitere verdächtige Hinweise entdeckt worden.

Verteidigung bestreitet feste Anschlagsabsicht

Moritz Bode, einer der Anwälte des Jugendlichen, sagte der Zeitung, nach seiner Einschätzung gebe es keine belastbaren Hinweise auf konkrete Anschlagsvorbereitungen. Sein Mandant habe sich womöglich mit gefährlichen Inhalten beschäftigt, daraus lasse sich aber nicht automatisch ein fester Entschluss zu einem Attentat ableiten. Zugleich betonte der Verteidiger, die mittlerweile seit rund einem halben Jahr andauernde Untersuchungshaft sei für den Jugendlichen sehr belastend.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, der Terrorismusfinanzierung, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie wegen gefährlicher Körperverletzung. Weitere Angaben machen die Behörden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen sowie den Persönlichkeits- und Datenschutz derzeit nicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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