Politik

Datenleck trifft Südkoreas Präsidenten

Monatelang frei im Netz: Heikle Daten von Südkoreas Präsident Lee und seinem Sicherheitsteam waren für Dritte abrufbar.

02.11.2026, 15:15 Uhr

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung ist offenbar von einem heiklen Datenleck betroffen. Wie der öffentlich-rechtliche Sender KBS berichtet, waren persönliche Angaben des Staatschefs über mehrere Monate im Internet einsehbar. Demnach sollen unter anderem Passnummern, Geburtsdaten und Informationen zur Gültigkeit der Reisedokumente offengelegen haben. Betroffen waren laut dem Bericht nicht nur Lee selbst, sondern auch seine Ehefrau, Sicherheitsberater, Mitarbeiter des Präsidialamts, Leibwächter, sein Arzt sowie mehrere Journalisten.

Datei mit Reisedaten online abrufbar

Nach KBS-Recherchen befanden sich die Angaben in einer Excel-Datei mit dem Titel „Passagierliste (Republik Korea-Belgien)“, die auf einer kostenpflichtigen Sicherheitsplattform veröffentlicht worden war. Dabei soll es sich um die Passagierliste des Präsidentenflugzeugs für Lees Europareise im Juni gehandelt haben. Die Datei sei bereits eine Woche vor Reisebeginn hochgeladen worden und habe zahlenden Nutzern zum Download zur Verfügung gestanden.

Behörden kündigen Prüfung an

Das Präsidialamt erklärte, den Vorfall überprüfen und umgehend Maßnahmen ergreifen zu wollen. Obwohl Südkorea als eines der technologisch führenden und am stärksten vernetzten Länder gilt, gerät das Land beim Schutz personenbezogener Daten und in Fragen der Cybersicherheit immer wieder wegen Sicherheitsmängeln und Datenpannen in die Kritik.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen