Steffen Bilger soll neuer Bundesverkehrsminister werden
Für den designierten Bundesverkehrsminister Steffen Bilger wäre der Wechsel an die Spitze des Hauses eine Rückkehr. Der 47 Jahre alte CDU-Politiker kennt das Ministerium bereits gut: Von März 2018 bis Dezember 2021 war er dort unter dem damaligen Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) als Parlamentarischer Staatssekretär tätig. Nun ist vorgesehen, dass Bilger die Leitung des Ministeriums übernimmt und damit auf Patrick Schnieder (CDU) folgt. Seit Mai 2025 ist Bilger außerdem Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und nimmt damit eine Schlüsselrolle in der Fraktion ein.
Jurist und Verkehrspolitiker
Bilger gehört dem Bundestag seit 2009 an. Er vertritt den Wahlkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg als direkt gewählter Abgeordneter. Zuvor war der Wahlkreis über viele Jahre mit Matthias Wissmann (CDU) verbunden, der später ebenfalls Bundesverkehrsminister wurde. In Wissmanns Amtszeit von 1993 bis 1998 fiel die Bahnreform, mit der der Schienenverkehr in Deutschland gesetzlich und organisatorisch neu geordnet wurde. Zum 1. Januar 1994 wurden die westdeutsche Bundesbahn und die ostdeutsche Reichsbahn in der bundeseigenen Deutschen Bahn AG zusammengeführt.
Nach Abitur und Zivildienst studierte Bilger Jura in Tübingen und arbeitete anschließend als Rechtsanwalt. In der CDU ist der verheiratete Familienvater seit vielen Jahren fest verankert. Auf seiner Homepage betont er, dass in der unionsgeführten Regierungskoalition täglich daran gearbeitet werde, Deutschland wieder nach vorne zu bringen und spürbare Verbesserungen zu erreichen. Auch in der Verkehrspolitik bringt Bilger Erfahrung mit: Im Bundestag war er Mitglied des Verkehrsausschusses.
Viele Aufgaben im Ministerium
Diese Vorkenntnisse dürften ihm im neuen Amt zugutekommen. Auf den möglichen Minister warten zahlreiche Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht die angeschlagene Deutsche Bahn. Mehrere zentrale Bestandteile der im vergangenen Jahr von Schnieder vorgestellten Bahnstrategie sind bislang noch nicht umgesetzt. Geplant sind unter anderem klarere Vorgaben für den bundeseigenen Konzern.
Hinzu kommt die umfassende Erneuerung des stark sanierungsbedürftigen Schienennetzes, die sich voraussichtlich noch über Jahre hinziehen wird. Entsprechend dürfte auch eine spürbare Verbesserung der Pünktlichkeit Zeit brauchen. Gleichzeitig fehlt Geld für den Neu- und Ausbau wichtiger Strecken. Daneben stehen weitere Projekte auf der Agenda, etwa eine Reform des Schienenmaut-Systems sowie Änderungen beim Führerscheinrecht mit dem Ziel, den Erwerb der Fahrerlaubnis günstiger zu machen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber