Bayern prüft Sicherheitskonzepte nach Angriff auf Berliner CSD
Nach der Gewalttat beim Berliner CSD will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Schutzkonzepte für die anstehenden Veranstaltungen im Freistaat erneut auf den Prüfstand stellen. Die bereits umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen sollen bei Bedarf weiter ausgebaut werden. Konkrete Hinweise auf mögliche Anschlagspläne in Bayern lägen derzeit zwar nicht vor, dennoch seien die Sicherheitsbehörden nach seinen Worten äußerst wachsam und in engem Kontakt mit Bund und Ländern.
Herrmann bezeichnete den Angriff vom Samstag in Berlin als verwerfliche Gewalttat und als Angriff auf die grundlegenden Werte einer demokratischen und freien Gesellschaft. Seine Gedanken seien bei den Verletzten sowie deren Familien.
Mit Blick auf die weiterhin laufende Großfahndung verwies der Minister auf die Bedeutung von Videoüberwachung an öffentlichen Orten und Bahnhöfen. Dabei sprach er sich erneut für den Einsatz KI-gestützter Gesichtserkennung in Echtzeit aus. Dafür brauche es möglichst bald eine eindeutige gesetzliche Grundlage. Im aktuellen Fall könnte diese Technik die Suche nach dem Täter deutlich erleichtern, so Herrmann.
In Bayern sind in den nächsten Wochen zahlreiche CSD-Veranstaltungen geplant, darunter auch in Nürnberg. Bereits am Sonntag hatte in Mühldorf am Inn ein erster CSD stattgefunden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber