Politik

Bauschaum im Auspuff: Jetzt folgt die Anklage

Bauschaum, Habeck-Sticker, Russland-Spur: Nach den mysteriösen Angriffen auf Hunderte Autos ist nun Anklage da.

29.05.2026, 11:02 Uhr

Anklage nach Bauschaum-Serie an Autos in vier Bundesländern

Nach den mutmaßlichen Bauschaum-Attacken auf mehrere hundert Fahrzeuge in vier Bundesländern hat die Staatsanwaltschaft Ulm Anklage gegen vier junge Erwachsene erhoben. Beschuldigt werden drei Männer und eine Frau im Alter von 18 bis 21 Jahren. Ihnen wird gemeinschaftliche Sachbeschädigung vorgeworfen. Nun muss das Amtsgericht Ulm entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird. Einer der Beschuldigten hat sich nach Angaben der Ermittler zu den Vorwürfen eingelassen.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die vier Verdächtigen zwischen dem 8. und 11. Dezember 2024 in Blaubeuren, Langenau, Ulm, Neu-Ulm, Schönefeld in Brandenburg sowie in Berlin zahlreiche Autos beschädigt haben. Der entstandene Schaden soll sich auf mehr als 13.000 Euro belaufen. Den Ermittlungen zufolge wurden Auspuffrohre mit Bauschaum verschlossen. Zudem seien Aufkleber mit dem Slogan „SEI GRÜNER!“ und einem Bild des damaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck an den Fahrzeugen angebracht worden.

Ermittler vermuten gezielte Einflussnahme vor Bundestagswahl

Nach Einschätzung der Anklagebehörde sollen die vier Beschuldigten von einem Auftraggeber zu den Taten angestiftet worden sein. Hintergrund sei demnach der Versuch gewesen, das Wahlverhalten der Bevölkerung im Vorfeld der Bundestagswahl im Frühjahr 2025 zu beeinflussen. Für jedes beschädigte Auto seien ihnen 100 Euro versprochen worden.

Die Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Hintermänner wurden inzwischen eingestellt. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft hatte einer der Tatverdächtigen erklärt, ein vermutlich serbischer Staatsangehöriger aus Russland mit bislang ungeklärter Identität habe die Aktionen in Auftrag gegeben.

Ein 19-Jähriger, der wegen eines anderen Falls in Untersuchungshaft sitzt, hat sich laut Anklagebehörde geäußert und dabei auch die übrigen Mitbeschuldigten belastet. Die drei anderen Verdächtigen bestreiten die Vorwürfe oder machten von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Sie befinden sich auf freiem Fuß.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den Beschuldigten um einen bosnisch-herzegowinischen Staatsangehörigen aus dem Kreis Günzburg, einen deutschen Staatsangehörigen aus Ulm, einen Mann mit serbischer und kroatischer Staatsangehörigkeit mit Wohnsitz in Neu-Ulm sowie eine 20-jährige rumänische Staatsangehörige aus dem Alb-Donau-Kreis. Gegen einen 29-jährigen Mann aus dem Alb-Donau-Kreis wurde das Verfahren eingestellt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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