Ukraine

Jetzt zählt’s: Hilfe für Oleschky startet

Unerwartete Waffenruhe im Kriegsgebiet: Warum in einem umkämpften Dorf plötzlich Hilfe möglich wird

26.10.2026, 20:53 Uhr

Humanitäre Feuerpause für Oleschky angekündigt

Russische und ukrainische Truppen wollen ab Montag ihre Kampfhandlungen rund um die Frontstadt Oleschky im russisch besetzten Teil des Gebiets Cherson vorübergehend einstellen. Sowohl der russische Generalstab als auch die Militärführung in Kiew bestätigten, dass ab 03.00 Uhr eine Feuerpause für die Dauer eines humanitären Einsatzes gelten soll.

Ziel der Aktion ist es, die notleidende Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Außerdem sollen Maßnahmen vorbereitet werden, damit sich die Einwohner wieder freier bewegen können.

Nach den vorliegenden Angaben ist die Stadt derzeit komplett vermint. Die ukrainische Armee hatte zwischenzeitlich Drohnen genutzt, um Hilfslieferungen in den Ort zu bringen. Ein Teil dieser unbemannten Fluggeräte sei jedoch von russischen Einheiten abgeschossen worden. Im Rahmen der nun vereinbarten Pause sollen Minen geräumt und ein sicherer Korridor geschaffen werden.

Offen bleibt bislang, ob die etwa 2.000 noch in Oleschky verbliebenen Menschen die Stadt verlassen dürfen.

Die humanitäre Waffenruhe geht laut Bericht auf eine Initiative des Weißen Hauses zurück. Nach US-Angaben soll First Lady Melania Trump zwischen Moskau und Kiew eine lokale Feuerpause für die seit Monaten abgeriegelte Stadt vermittelt haben. Das Weiße Haus erklärte, beide Seiten hätten sich auf eine vorübergehende Einstellung aller Kampfhandlungen verständigt.

Die ukrainische Militärführung machte zugleich deutlich, dass die Feuerpause ausschließlich für den humanitären Einsatz gelte. In einer Mitteilung auf Telegram rief der Generalstab dazu auf, in dieser Zeit besonders vorsichtig mit Informationen umzugehen. Unbestätigte Berichte sollten nicht weiterverbreitet werden, insbesondere nicht zu Routen, Zeiten oder Orten, an denen sich Menschen oder Hilfskonvois bewegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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