In Deutschland ist die Zahl der Asylerstanträge in der ersten Jahreshälfte deutlich gesunken. Nach Angaben aus dem Bundesinnenministerium stellten in den ersten sechs Monaten 39.646 Menschen erstmals einen Asylantrag. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) noch 61.336 gewesen. Bereits damals lag der Wert nur etwa halb so hoch wie im ersten Halbjahr 2024 mit rund 121.000 Erstanträgen.
EU-Asylreform tritt Mitte Juni in Kraft
Am 12. Juni soll die europäische Asylreform wirksam werden. Über das Vorhaben war über Jahre verhandelt worden. In den vergangenen Monaten verständigten sich die EU-Staaten zudem auf weitere Verschärfungen. Dazu gehört unter anderem, dass Abschiebungen in Drittstaaten künftig leichter möglich sein sollen – auch dann, wenn die betroffenen Menschen keine erkennbare Verbindung zu diesen Ländern haben.
Mehr Zurückweisungen an den Grenzen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach seinem Amtsantritt im April 2025 strengere Grenzkontrollen angeordnet. Außerdem wies er die Bundespolizei an, auch Asylsuchende an der Grenze zurückzuweisen. Ausgenommen davon sind nach Angaben des Ministeriums Kranke, Schwangere und andere besonders schutzbedürftige Personen.
Im ersten Halbjahr wurden laut Ministerium 14.270 Menschen an den deutschen Grenzen zurückgewiesen oder zurückgeschoben. Zudem nahm die Polizei demnach 494 mutmaßliche Schleuser fest. Bei 4.074 Personen stellten die Behörden außerdem fest, dass gegen sie ein offener Haftbefehl vorlag.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber