Politik

Alarmstufe Rot? Regierung warnt vor Russland-Reisen

Neue Drohnenwelle trifft Russland bis tief ins Hinterland – jetzt verschärft Berlin die Reisewarnung drastisch.

01.07.2026, 09:40 Uhr

Auswärtiges Amt warnt nun vor Reisen in ganz Russland

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für Russland deutlich verschärft. Wegen der zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe gilt die Warnung inzwischen für das gesamte Land. Zuvor hatte sie sich nur auf die Regionen an der Grenze zur Ukraine bezogen.

Zur Begründung heißt es, dass überall in Russland eine erhebliche Gefahr durch Drohnenangriffe oder herabfallende Trümmer bestehe. Für deutsche Staatsbürger sowie deutsch-russische Doppelstaatler komme zudem das Risiko willkürlicher Festnahmen hinzu.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. In den vergangenen Monaten hat sie ihre Drohneneinsätze gegen Ziele in Russland deutlich ausgeweitet. Getroffen wurden dabei unter anderem Raffinerien, Industrieanlagen und militärische Einrichtungen weit entfernt von der Front.

Auch Moskau und St. Petersburg stärker betroffen

Nach Angaben des Auswärtigen Amts geraten inzwischen auch Moskau und das Umland, die Region um St. Petersburg, die Leningrader Oblast sowie weitere Orte in Russland verstärkt ins Visier. Zwar sei die Luftabwehr rund um Moskau erheblich verstärkt worden, dennoch habe es durch Einschläge und herabfallende Drohnenteile teils erhebliche Schäden gegeben.

Auch der Flugverkehr bleibt von der Lage nicht unberührt. Vor allem im Westen Russlands, aber ebenso in zentralen und südlichen Landesteilen, werden Flughäfen aus Sicherheitsgründen immer wieder für mehrere Stunden geschlossen. Das kann zur Streichung zahlreicher Flüge und zu chaotischen Zuständen an den betroffenen Airports führen. Direktverbindungen zwischen Russland und Deutschland sowie anderen europäischen Ländern bestehen weiterhin nicht; Reisen sind aber über internationale Drehkreuze wie Istanbul möglich.

Zudem weist die Reisewarnung auf mögliche Probleme bei der Kraftstoffversorgung hin. Wegen Schäden an russischen Raffinerien komme es teilweise zu Engpässen, mancherorts seien sogar Abgabebegrenzungen eingeführt worden, auch in Moskau. Darüber hinaus seien Angriffe auf die öffentliche Verkehrsinfrastruktur, besonders auf den Bahnverkehr, nicht auszuschließen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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