CSU und Freie Wähler wollen auf Physician Assistants gegen Landarztmangel setzen
Im Kampf gegen den Mangel an Ärztinnen und Ärzten im ländlichen Raum wollen CSU und Freie Wähler künftig verstärkt sogenannte Physician Assistants (PA) einbinden. Nach dem Willen der beiden Regierungsfraktionen soll sich die bayerische Staatsregierung auf Bundesebene dafür starkmachen, dass dieses Berufsbild bundesrechtlich als eigenständiger Gesundheitsfachberuf anerkannt wird.
Physician Assistants sind medizinische Fachkräfte mit Hochschulausbildung. Sie übernehmen im Praxis- und Klinikalltag mehr medizinische Aufgaben als Medizinische Fachangestellte, arbeiten jedoch stets unter der Verantwortung von Ärztinnen und Ärzten und ersetzen diese nicht. Zu ihren möglichen Tätigkeiten zählen etwa die Aufnahme von Patientinnen und Patienten, das Erfassen der Krankengeschichte, Untersuchungen sowie die Dokumentation von Befunden. Auch bestimmte diagnostische oder therapeutische Aufgaben können sie auf ärztliche Anweisung hin übernehmen. Ziel ist es, Medizinerinnen und Mediziner spürbar zu entlasten. In Ländern wie den USA oder Großbritannien ist dieses Modell bereits etabliert.
Ziel: Ärztinnen und Ärzte spürbar entlasten
In einem nun in München vorgestellten Landtagsantrag betonen CSU und Freie Wähler, dass Physician Assistants deutlich höher qualifiziert seien als Medizinische Fachangestellte und daher einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung von Ärztinnen und Ärzten leisten könnten.
Vor allem bei langfristig betreuten Patientinnen und Patienten, chronisch Kranken sowie bei Routineuntersuchungen könnten PAs viele Aufgaben übernehmen. Dadurch, so die Argumentation, bleibe mehr ärztliche Zeit für komplizierte und besonders dringende Fälle.
Angesichts des ausgeprägten Ärztemangels sei es notwendig, Mediziner konsequent von Aufgaben zu entlasten und zugleich Assistenzberufe attraktiver zu machen. Dazu gehöre ausdrücklich auch der Beruf des Physician Assistant.
Weitere Vorschläge gegen den Ärztemangel
Neben dem Einsatz von Physician Assistants schlagen die Koalitionsfraktionen weitere Maßnahmen vor, um die medizinische Versorgung zu verbessern. So soll unter anderem die finanzielle Förderung ausgebaut werden, um mehr Haus- und Fachärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen und bestehende Versorgungslücken zu schließen. Darauf verwiesen die Gesundheitspolitiker Bernhard Seidenath (CSU) und Susann Enders (Freie Wähler).
Außerdem sollen Förderprogramme des Freistaats Bayern und der Kassenärztlichen Vereinigung künftig besser miteinander kombinierbar sein. Darüber hinaus fordern CSU und Freie Wähler stärkere Praxisteams sowie einen spürbaren Abbau bürokratischer Hürden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber