Thüringen

Razzia gegen rechte Terrorhelfer: Festnahmen!

Brandanschlag auf Asylunterkunft? In Thüringen klickten bei zwei mutmaßlichen Helfern einer rechten Terrorzelle die Handschellen.

26.06.2026, 11:07 Uhr

Die Bundesanwaltschaft hat in Thüringen zwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ festnehmen lassen. Den beiden Deutschen im Alter von 16 und 17 Jahren wird vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Beteiligten versucht zu haben, eine bewohnte Asylbewerberunterkunft in Schmölln im Landkreis Altenburger Land in Brand zu setzen.

Zusätzlich wirft die Karlsruher Behörde ihnen versuchten Mord, versuchte Brandstiftung mit Todesfolge und versuchte schwere Brandstiftung in Mittäterschaft vor. Beide Verdächtigen sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Kein Feuer ausgebrochen

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll die Gruppe Anfang Januar 2025 am frühen Morgen versucht haben, das Gebäude anzuzünden. Demnach schlugen die Beteiligten ein Fenster ein und versuchten anschließend, mit einer Feuerwerksbatterie entzündete Pyrotechnik ins Innere des Hauses zu schießen. Ein Feuer brach jedoch nicht aus.

Die beiden Beschuldigten stehen den Angaben zufolge zudem im Verdacht, die inländische terroristische Vereinigung als Jugendliche mit Verantwortungsreife unterstützt zu haben. Festgenommen wurden sie bei Einsätzen des Bundeskriminalamts mit Unterstützung thüringischer Polizeikräfte am Mittwoch und Donnerstag im Landkreis Altenburger Land und in Gera. Die Haftbefehle wurden durch einen Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Vollzug gesetzt.

Gruppe seit Längerem im Visier

Die „Letzte Verteidigungswelle“ beschäftigt die Bundesanwaltschaft schon seit geraumer Zeit. Bereits im Mai 2025 waren fünf mutmaßliche Anhänger der Gruppe festgenommen worden, die damals zwischen 14 und 21 Jahre alt waren. Drei weitere Verdächtige befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft. Inzwischen stehen alle acht vor dem Oberlandesgericht in Hamburg vor Gericht. Mitte März war die Bundesanwaltschaft zudem erneut mit einer bundesweiten Razzia gegen die Gruppe vorgegangen.

Ziel: Gewalt gegen Migranten und politische Gegner

Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft versteht sich die Gruppierung als letzte Instanz zum Schutz der „Deutschen Nation“. Ihr Ziel soll es gewesen sein, durch Gewalttaten insbesondere gegen Migranten und politische Gegner den demokratischen Staat der Bundesrepublik zu destabilisieren und letztlich zum Zusammenbruch zu bringen. Dazu sollten nach Angaben der Ermittler vor allem Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen dienen.

In einem Beschluss des Bundesgerichtshofs von Juli 2025 heißt es zudem, die Mitglieder hätten einen „Rassenkrieg“ auslösen wollen, um die liberale Demokratie zu beseitigen. In sozialen Medien sollen sie außerdem rassistische und antisemitische Inhalte verbreitet sowie das „Dritte Reich“ und den Nationalsozialismus verherrlicht haben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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