Wohnkosten setzen Mieter in Deutschland zunehmend unter Druck
Für immer mehr Menschen in Deutschland werden Miete und Nebenkosten zur schweren Belastung. Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank unter 1.109 Mietern sagen 48,5 Prozent, dass sie sich ihre Wohnkosten nur noch "gerade so" leisten können. 12,2 Prozent geben sogar an, finanziell über ihre Verhältnisse zu leben.
Nur noch 34,1 Prozent der Anfang Juli befragten Mieter erklärten, ihre Wohnkosten problemlos tragen zu können. Bei einer vergleichbaren Befragung im Jahr 2023 lag dieser Anteil noch bei mehr als 44 Prozent.
Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, sieht darin ein deutliches Warnsignal. Bezahlbarer Wohnraum sei für die Gesellschaft von wachsender Bedeutung. Zugleich zeigten die Ergebnisse, wie stark sich die Lebensrealität von Mietern und Eigentümern inzwischen unterscheide.
Viele Haushalte geben einen großen Teil ihres Einkommens fürs Wohnen aus
Nach den Ergebnissen der Umfrage müssen rund 60 Prozent der Mieter mindestens 30 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Miete und Nebenkosten aufwenden. 29,7 Prozent schätzen ihren Anteil sogar auf 40 Prozent oder mehr. Andere Befragte konnten dazu keine Angabe machen oder wussten es nicht genau.
Wunsch nach Eigentum bleibt groß
Trotz der angespannten Lage würden 47,9 Prozent der Mieter lieber in einer eigenen Immobilie leben. Als größte Hürde auf dem Weg zum Kauf gilt fehlendes Eigenkapital. Von den insgesamt 2.016 Befragten sind 45,8 Prozent der Meinung, dass Wohneigentum am ehesten durch eine Erbschaft erreichbar ist.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber