Werder dreht 0:2 gegen Augsburg und feiert späten Heimsieg
Werder Bremen hat in der Bundesliga eine bemerkenswerte Aufholjagd hingelegt und den FC Augsburg noch mit 3:2 (0:1) bezwungen. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand sorgten Niclas Füllkrug mit einem kraftvollen Abschluss in der 86. Minute und Mitchell Weiser in der Nachspielzeit (90.+3) für den umjubelten Sieg. Füllkrug traf damit im dritten Spiel in Folge seit seiner Rückkehr aus England.
Vor 39.745 Fans im Weserstadion hatten zunächst Robin Fellhauer (18.) und Calvin Brackelmann (58.) die Gäste in Führung gebracht. Doch Augsburg zog sich über weite Strecken zu weit zurück und wurde dafür bestraft. Marco Grüll verkürzte in der 64. Minute, ehe Füllkrug und Joker Weiser die Partie komplett drehten. Für Weiser war sein Tor ein ganz besonderer Moment: Es war die emotionale Krönung seines ersten Heimspiels nach rund 15 Monaten Verletzungspause.
Früher Bremer Warnschuss, dann schlägt Augsburg zu
Augsburg trat zunächst selbstbewusst auf, musste aber schon früh eine Schrecksekunde überstehen. In der 6. Minute setzte Werders Neuzugang Chuki einen Freistoß aus rund 20 Metern flach an der Mauer vorbei, traf jedoch nur den Pfosten.
Danach überließen die Gäste den Bremern zunehmend den Ball, standen tief und warteten auf Umschaltmomente. Genau dieses Konzept führte auch zum 0:1: Nach einem Bremer Einwurf in Strafraumnähe ging der Ball verloren, Fabian Rieder schickte Fellhauer mit einem starken Pass auf die Reise, und der vollendete über die gesamte Bremer Hälfte hinweg zur Führung.

Mit fortschreitender Spielzeit wurde Augsburgs Auftreten allerdings immer passiver. Trainer Manuel Baum forderte von außen mehrfach mehr Mut nach vorne. Zur Pause fiel das aber noch kaum ins Gewicht, weil Bremen trotz viel Ballbesitz offensiv zu harmlos blieb. Rund 65 Prozent Spielanteile standen nur wenigen klaren Möglichkeiten gegenüber.
Die beste Chance im ersten Durchgang hatte Eren Dinkci, dessen Schuss in der 24. Minute von Han-Noah Massengo geblockt wurde. Ansonsten suchte Werder oft mit hohen Bällen Füllkrug, was gegen die kopfballstarken Augsburger Innenverteidiger kaum Erfolg versprach.
Bremen nach der Pause deutlich gefährlicher
Direkt nach dem Seitenwechsel erhöhte Werder den Druck. Chuki scheiterte in der 46. Minute aus kurzer Distanz an Finn Dahmen, vier Minuten später verpasste Füllkrug nach einer präzisen Hereingabe von Olivier Deman per Volley den Anschlusstreffer.
Baum reagierte auf die fehlende Entlastung seines Teams bereits kurz nach Wiederbeginn mit einem Dreifachwechsel. Unter anderem kamen Alexis Claude-Maurice und Rodrigo Ribeiro, um der Offensive neue Impulse zu geben.
Zunächst schien der Plan aufzugehen. Nur wenige Minuten später traf Brackelmann nach einer Ecke von Claude-Maurice zum 2:0 (58.). Ribeiro hätte kurz darauf sogar fast für die Vorentscheidung gesorgt, ließ diese große Möglichkeit aber liegen.
Späte Treffer entscheiden ein wildes Spiel
Stattdessen schlug Bremen praktisch im direkten Gegenzug zurück. Grüll traf sehenswert zum 1:2 und leitete damit die stärkste Phase der Gastgeber ein. Kurz danach hatte Füllkrug bereits den Ausgleich auf dem Fuß (67.), wenig später rettete Dahmen mit einer starken Doppelparade gegen Weiser und Chuki (68.).
Der Augsburger Keeper hielt seine Mannschaft lange im Spiel und war auch bei einem Abschluss von Ludovit Reis aus spitzem Winkel zur Stelle (78.). In der Schlussphase konnte aber auch er nichts mehr ausrichten: Erst jagte Füllkrug den Ball wuchtig in den oberen rechten Winkel, dann setzte Weiser mit einem feinen Schlenzer dorthin in der Nachspielzeit den Schlusspunkt.
So sicherte sich Werder einen späten, aber verdienten Heimsieg, während Augsburg die erste Niederlage der laufenden Bundesliga-Saison hinnehmen musste.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber