Prozess in Augsburg: 15-Jähriger äußert sich zu Hammerangriff auf Schulhof
Im Verfahren um einen mutmaßlich rassistisch motivierten Angriff auf zwei Schüler an einer Schule in Friedberg hat sich der angeklagte Jugendliche vor dem Landgericht Augsburg zur Sache eingelassen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers erklärte sich der 15-Jährige über seinen Verteidiger in der nicht öffentlichen Verhandlung zu den Vorwürfen. Außerdem wurden die beiden betroffenen Jugendlichen als Zeugen gehört. Zu den konkreten Aussagen machte das Gericht mit Verweis auf das Alter des Angeklagten keine näheren Angaben.
Der Jugendliche, der auch zum Tatzeitpunkt im Oktober 15 Jahre alt war, muss sich vor der Jugendkammer wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Da Jugendstrafrecht angewendet wird, findet der gesamte Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eine Entscheidung könnte im Juni fallen. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Laut Anklage zielte der Angriff auf Muslime und Menschen mit ausländischen Wurzeln
Nach Darstellung der Anklage soll der Jugendliche am 2. Oktober 2025 am Morgen das Gelände der Mittelschule in Friedberg bei Augsburg betreten haben, um dort Menschen muslimischen Glaubens sowie Personen mit ausländischer Herkunft zu töten. Demnach habe er dabei einen uniformähnlichen Anzug und einen militärisch wirkenden Helm getragen. Zudem soll er zwei erlaubnisfreie Softair-Pistolen bei sich gehabt haben.
Auf dem Pausenhof soll er anschließend mit einem Hammer auf zwei Schüler losgegangen sein: auf einen Jugendlichen irakischer Herkunft und auf einen Schüler mit Wurzeln im Kosovo. Die Schläge sollen gegen Kopf und Körper gerichtet gewesen sein. Der Beschuldigte, der früher selbst Schüler der Mittelschule war, wurde kurz nach dem Vorfall festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die beiden Opfer, die heute ebenfalls 15 Jahre alt sind, erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen. Im Prozess treten sie als Nebenkläger auf.
Hinweise auf extremistisches Motiv
Wegen Anhaltspunkten für einen extremistischen Hintergrund hatte die Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen bereits kurz nach der Tat übernommen. Dort ist die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt.
Zahlreiche Verhandlungstage vorgesehen
Für das Verfahren wurden zunächst elf Verhandlungstage bis zum 23. Juni angesetzt. Nach Einschätzung des Gerichtssprechers ist es jedoch möglich, dass der Prozess früher abgeschlossen wird. Aktuell sind 55 Zeugen und zwei Sachverständige vorgesehen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion