Bayern

Nach Attacke auf israelisches Lokal in München: Behörden werten mutmaßliches Bekennervideo aus

Nach dem Angriff auf ein israelisches Restaurant in München sorgt ein mögliches Bekennervideo für Aufsehen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

17.04.2026, 14:18 Uhr

Nach dem Angriff auf ein israelisches Restaurant in München vor rund einer Woche untersuchen die Ermittlungsbehörden ein mögliches Bekennervideo, das einer neuen proiranischen Gruppierung zugeschrieben wird. Das Material wurde über soziale Netzwerke verbreitet. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte, dass das Video den Ermittlern vorliegt und nun ausgewertet wird. Zuvor hatten bereits mehrere Medien darüber berichtet.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen wird angenommen, dass das Video von der proiranischen Terrororganisation Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia stammt. Veröffentlicht worden sei es unter diesem Namen. Zugleich betonen die Behörden, dass damit noch nicht bewiesen ist, dass die Gruppe tatsächlich für den Anschlag verantwortlich ist.

Neue Gruppierung im Fokus

Das Video tauchte erst fünf Tage nach der Tat auf. Fachleute stufen die Gruppierung als neu ein. Nach dpa-Informationen ist sie in Bayern bislang nicht in Erscheinung getreten. Medienberichten zufolge könnte es sich zudem um ihren ersten Anschlag in Deutschland handeln. Zuvor war der Name der Gruppe unter anderem im Zusammenhang mit einem als antisemitisch bewerteten Brandanschlag auf einen jüdischen Rettungsdienst in London gefallen.

Den Berichten zufolge heißt es in dem Video, der Angriff habe sich um 0.45 Uhr nach Mitternacht nach Schließung des Restaurants ereignet und keine Todesopfer gefordert. Zugleich wird darin erklärt, die Tat hätte auch tagsüber stattfinden können, dann wären „Zionisten“ getötet worden. Außerdem heißt es: „Nähert euch niemals zionistischen Einrichtungen.“ Der Text soll auf Arabisch und Hebräisch verbreitet worden sein.

Knallgeräusche und beschädigte Fenster

In der Nacht auf Freitag der vergangenen Woche hatten Unbekannte das israelische Restaurant in München attackiert. Dabei wurden Fensterscheiben zerstört und ein Schaden in Höhe von mehreren Tausend Euro angerichtet. Polizei, Justiz und Betreiber gingen von Beginn an von einem antisemitischen Hintergrund aus.

Nach Angaben der Polizei ging gegen 00.45 Uhr ein Notruf bei der Einsatzzentrale ein, nachdem am Lokal „Eclipse“ drei Knallgeräusche wahrgenommen worden waren. Einsatzkräfte stellten vor Ort fest, dass Scheiben an drei Stellen beschädigt waren. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen. Die Kriminalpolizei und das Landeskriminalamt prüfen unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft München, welcher Sprengsatz dabei verwendet worden sein könnte.

Breite Solidarität nach der Tat

Die Attacke hatte bei Politikern und Vertretern der jüdischen Gemeinschaft große Bestürzung ausgelöst. Noch am Nachmittag des Tattages kamen vor dem Restaurant etwa 300 Menschen zusammen, um ihre Unterstützung zu zeigen. Unter ihnen war auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Auch aus der Münchner Gastronomie kam deutliche Rückendeckung. Christian Schottenhamel, Wiesnwirt und Münchner Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, erklärte, die Nachricht habe die Branche tief erschüttert. Antisemitismus habe weder in München noch in der Gesellschaft und schon gar nicht im Gastgewerbe einen Platz. Die Wirte stünden fest an der Seite des betroffenen Betreibers sowie der jüdischen und israelischen Community.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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